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Kündigung richtig schreiben 2026: Beim Jobwechsel

JobRise Team18 min read

162 Bewerbungen pro Zusage, Durchschnitt 2026.

Kündigung richtig schreiben 2026: Beim Jobwechseljobrise.io

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Du hast den neuen Job fast sicher, vielleicht bei SAP, BMW, Siemens oder einem starken Scale-up wie Personio. Und jetzt sitzt du vor diesem einen Dokument, das plötzlich schwerer wirkt als dein kompletter Lebenslauf: die Kündigung. Ein falscher Satz, ein falsches Datum, ein komischer Ton, und du fragst dich, ob du dir damit Stress, Diskussionen oder sogar Geldverlust einhandelst.

Genau darum geht es hier: Wie du 2026 deine Kündigung richtig schreibst, sauber einreichst und professionell aus dem alten Job rauskommst, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen.

Warum deine Kündigung beim Jobwechsel so wichtig ist#

Eine Kündigung klingt erstmal simpel. Ein paar Zeilen, Unterschrift drunter, fertig.

In der Praxis hängt aber ziemlich viel daran:

  1. Dein letztes Gehalt
  2. Deine Kündigungsfrist
  3. Dein Resturlaub
  4. Dein Arbeitszeugnis
  5. Dein Verhältnis zu Ex-Kollegen
  6. Dein Ruf in der Branche
  7. Dein Startdatum beim neuen Arbeitgeber

Gerade wenn du in einer kleineren Szene arbeitest, zum Beispiel Tech in Berlin, Finance in Frankfurt oder Automotive in München, trifft man sich oft zweimal. Heute kündigst du bei N26, morgen bewirbst du dich bei Trade Republic, und übermorgen kennt jemand jemanden aus deinem alten Team.

Deshalb ist eine gute Kündigung nicht nur Formalität. Sie ist ein sauberer letzter Eindruck.

Das Wichtigste vorab: Eine Kündigung muss schriftlich sein#

In Deutschland gilt: Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss schriftlich erfolgen. Eine E-Mail reicht normalerweise nicht. Eine WhatsApp auch nicht. Ein eingescanntes PDF ebenfalls nicht.

Du brauchst ein echtes Schreiben auf Papier mit deiner handschriftlichen Unterschrift.

Das bedeutet konkret:

  1. Kündigung ausdrucken
  2. Mit Datum versehen
  3. Eigenhändig unterschreiben
  4. Dem Arbeitgeber im Original zukommen lassen

Wenn du remote arbeitest, zum Beispiel für ein Berliner Start-up aus Köln oder Leipzig, musst du trotzdem sicherstellen, dass das Original ankommt. Am besten per Einschreiben oder persönliche Übergabe mit Empfangsbestätigung.

Kündigung richtig schreiben 2026: Die Pflichtangaben#

Deine Kündigung muss nicht poetisch sein. Sie muss klar sein.

Diese Angaben sollten rein:

  1. Dein vollständiger Name
  2. Deine Adresse
  3. Name und Adresse des Arbeitgebers
  4. Ort und Datum
  5. Betreff, zum Beispiel „Kündigung meines Arbeitsvertrags“
  6. Klare Kündigungserklärung
  7. Kündigungstermin oder „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“
  8. Bitte um schriftliche Bestätigung
  9. Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis
  10. Deine handschriftliche Unterschrift

Wichtig ist vor allem die Eindeutigkeit. Dein Arbeitgeber darf nicht rätseln müssen, ob du kündigst, nur unzufrieden bist oder über Bedingungen reden willst.

Schreib also nicht:

„Ich würde gerne mein Arbeitsverhältnis beenden.“

Schreib lieber:

„Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum 31. März 2026, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“

Das klingt trocken, aber genau darum geht es.

Muster: Kündigung beim Jobwechsel 2026#

Hier ist ein solides Muster, das du anpassen kannst:

Vorname Nachname
Straße Hausnummer
PLZ Ort

Firma GmbH
Ansprechpartner oder Personalabteilung
Straße Hausnummer
PLZ Ort

Ort, Datum

Kündigung meines Arbeitsvertrags

Sehr geehrte Frau Musterfrau,
sehr geehrter Herr Mustermann,

hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum 31. März 2026, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das Beendigungsdatum schriftlich.

Zudem bitte ich Sie um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und wünsche dem Unternehmen sowie dem Team weiterhin alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Vorname Nachname

Das reicht völlig. Keine langen Erklärungen. Kein Roman über den neuen Job. Kein Seitenhieb auf deinen Chef.

Du kündigst. Sauber. Fertig.

Muss ich den neuen Arbeitgeber nennen?#

Nein.

Du musst nicht sagen, wohin du wechselst. Auch wenn dein Manager fragt: „Und, wo geht’s hin?“

Du kannst freundlich antworten:

  1. „Ich möchte das aktuell noch nicht öffentlich machen.“
  2. „Ich spreche darüber gern später, wenn alles final geklärt ist.“
  3. „Es ist eine neue Aufgabe, die gut zu meinem nächsten Karriereschritt passt.“

Natürlich kannst du es erzählen, wenn du willst. Wenn du von Siemens zu BMW wechselst, ist das kein Staatsgeheimnis. Aber du bist nicht verpflichtet.

Gerade bei Wettbewerbern solltest du vorsichtig sein. Wenn du von Trade Republic zu N26 wechselst oder von SAP zu einem direkten Software-Konkurrenten, kann das intern Fragen zu Projekten, Daten oder Freistellung auslösen.

Kündigungsfrist prüfen: Der Klassiker, bei dem viele stolpern#

Bevor du kündigst, prüf deine Kündigungsfrist. Nicht schätzen. Nicht aus dem Bauch.

Schau in:

  1. Deinen Arbeitsvertrag
  2. Tarifvertrag, falls zutreffend
  3. Betriebsvereinbarungen
  4. Gesetzliche Regelungen

Die gesetzliche Grundfrist für Arbeitnehmer beträgt oft vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Aber dein Vertrag kann andere Fristen enthalten.

Beispiele:

  1. „Drei Monate zum Monatsende“
  2. „Sechs Wochen zum Quartalsende“
  3. „Die verlängerten gesetzlichen Kündigungsfristen gelten für beide Seiten“
  4. „Kündigung zum Ende eines Kalendermonats mit einer Frist von zwei Monaten“

Wenn dein neuer Vertrag bei Personio am 1. Juni 2026 starten soll, du aber drei Monate zum Quartalsende hast, kann es eng werden. Dann kommst du vielleicht erst zum 30. Juni raus, nicht zum 31. Mai.

Das kann deinen neuen Job gefährden, wenn du es zu spät merkst.

Kündigungstermin richtig formulieren#

Wenn du sicher bist, welches Datum gilt, schreib es konkret rein.

Beispiel:

„Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum 31. Mai 2026.“

Wenn du nicht zu 100 Prozent sicher bist, nimm die Sicherheitsformel:

„Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum 31. Mai 2026, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“

Oder noch vorsichtiger:

„Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“

Ich persönlich würde meistens Datum plus Sicherheitsformel nutzen. So zeigst du Klarheit, lässt aber Luft, falls die Personalabteilung ein anderes Datum berechnet.

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Erst neuen Vertrag unterschreiben, dann kündigen#

Bitte kündige nicht zu früh.

Ein mündliches Angebot ist nett. Ein Anruf von der Recruiterin klingt gut. Eine Mail mit „Wir würden dir gern ein Angebot machen“ fühlt sich wie ein Durchbruch an.

Aber sicher ist es erst, wenn du den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hast und idealerweise auch eine gegengezeichnete Version zurückbekommen hast.

Gerade 2026 sind viele Unternehmen vorsichtiger mit Budgets. Auch bekannte Firmen wie Delivery Hero, SAP oder Siemens prüfen Headcount genauer als früher. Eine Stelle kann intern noch gestoppt werden, obwohl alle Gespräche super liefen.

Deine Reihenfolge sollte sein:

  1. Angebot prüfen
  2. Gehalt, Titel, Startdatum und Probezeit klären
  3. Vertrag unterschreiben
  4. Gegengezeichnete Version sichern
  5. Kündigungsfrist final prüfen
  6. Kündigung einreichen

Wenn du aktuell €58k verdienst und ein Angebot über €72k bei BMW bekommst, ist die Versuchung groß, sofort zu kündigen. Verständlich.

Mach es trotzdem sauber. Erst Vertrag, dann Kündigung.

Was ist mit Probezeit beim neuen Job?#

Beim Jobwechsel ist die Probezeit ein echter Punkt. Du verlässt vielleicht einen sicheren Job, um etwas Neues zu starten.

Typische Probezeit in Deutschland:

  1. Drei Monate
  2. Sechs Monate
  3. Selten keine Probezeit, eher bei internen Wechseln oder sehr gefragten Profilen

Wenn du als Software Engineer von €70k auf €88k wechselst, klingt das gut. Aber wenn die neue Rolle in der Probezeit nach zwei Monaten endet, brauchst du einen Plan.

Das heißt nicht, dass du Angst haben sollst. Es heißt nur: Kündige professionell, damit du dein Netzwerk behältst.

Ein guter Abgang ist auch eine Art Sicherheitsnetz.

Wie übergibst du die Kündigung richtig?#

Du hast mehrere Möglichkeiten.

1. Persönliche Übergabe

Das ist oft die beste Variante, wenn du vor Ort arbeitest.

So gehst du vor:

  1. Gespräch mit Führungskraft vereinbaren
  2. Kündigung ausgedruckt mitnehmen
  3. Kurz und ruhig sagen, dass du kündigst
  4. Schreiben übergeben
  5. Empfang schriftlich bestätigen lassen

Lass dir auf einer Kopie den Erhalt bestätigen, mit Datum, Namen und Unterschrift.

Beispielsatz:

„Ich möchte dir heute mitteilen, dass ich mich für einen nächsten beruflichen Schritt entschieden habe. Hier ist meine schriftliche Kündigung. Mir ist wichtig, den Übergang sauber zu gestalten.“

Das ist direkt, aber respektvoll.

2. Übergabe an HR

Wenn dein Verhältnis zum Chef schwierig ist, kannst du die Kündigung auch direkt an die Personalabteilung geben.

Wichtig: Auch hier Empfang bestätigen lassen.

3. Versand per Einschreiben

Wenn du remote arbeitest oder der Arbeitgeber weit weg ist, nutze ein Einschreiben. Viele nehmen Einschreiben Einwurf, weil der Zugang dokumentiert wird.

Bewahre den Beleg gut auf.

Schick die Kündigung nicht erst am letzten möglichen Tag los. Post kann sich verzögern. Wenn deine Kündigung zu spät zugeht, kann sich dein Austritt um Wochen oder Monate verschieben.

Was sagst du im Kündigungsgespräch?#

Viele haben mehr Angst vor dem Gespräch als vor dem Schreiben.

Das ist normal. Du hast vielleicht jahrelang mit deinem Team gearbeitet. Vielleicht magst du deinen Chef sogar. Vielleicht hast du Schuldgefühle.

Trotzdem: Du darfst wechseln. Karriere ist kein Treueeid.

Gute Struktur fürs Gespräch:

  1. Kurz einsteigen
  2. Entscheidung klar mitteilen
  3. Nicht rechtfertigen
  4. Wertschätzung zeigen
  5. Übergabe anbieten

Beispiel:

„Ich habe mich entschieden, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen und werde mein Arbeitsverhältnis fristgerecht kündigen. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, weil ich die Zusammenarbeit im Team sehr schätze. Mir ist wichtig, die Übergabe sauber zu planen.“

Wenn dein Chef nach Gründen fragt:

„Es ist für mich der passende nächste Schritt in Bezug auf Verantwortung, Entwicklung und Perspektive.“

Wenn du wegen Gehalt gehst, kannst du es sagen, musst du aber nicht. Wenn du aktuell €49k verdienst und bei Siemens €64k bekommst, ist das ein klarer Grund. Trotzdem musst du keine Gehaltsdiskussion starten, wenn du schon entschieden bist.

Gegenangebot: Annehmen oder ablehnen?#

Sehr häufig kommt nach der Kündigung ein Gegenangebot.

Plötzlich sind Dinge möglich, die vorher angeblich nicht drin waren:

  1. Mehr Gehalt
  2. Neuer Titel
  3. Homeoffice
  4. Weniger nervige Aufgaben
  5. Beförderung in sechs Monaten
  6. Wechsel in ein anderes Team

Das kann schmeicheln. Aber sei vorsichtig.

Frag dich:

  1. Warum erst jetzt?
  2. Sind die Probleme wirklich gelöst?
  3. Ist das Angebot schriftlich?
  4. Vertraue ich der Zusage?
  5. Wie wirkt es beim neuen Arbeitgeber, wenn ich absage?
  6. War Geld wirklich mein einziger Wechselgrund?

Wenn du wegen €10k mehr gehst und dein Arbeitgeber sofort matcht, kann ein Bleiben sinnvoll sein. Wenn du aber wegen Führung, Kultur, Dauerstress oder fehlender Perspektive gehst, löst ein Gegenangebot oft nur kurzfristig etwas.

Bei vielen Jobsuchenden passiert Folgendes: Sie bleiben wegen mehr Geld, aber sechs Monate später suchen sie wieder.

Resturlaub und Überstunden klären#

Nach der Kündigung kommen die praktischen Themen.

Dazu gehören:

  1. Resturlaub
  2. Überstunden
  3. Bonus
  4. Provision
  5. Firmenwagen
  6. Laptop und Handy
  7. Übergabe
  8. Arbeitszeugnis

Beim Resturlaub ist wichtig: Er verfällt nicht einfach, nur weil du kündigst. Du hast grundsätzlich Anspruch auf Urlaub oder Auszahlung, wenn Urlaub aus betrieblichen Gründen nicht genommen werden kann.

Beispiel:

Du hast 30 Urlaubstage pro Jahr. Du kündigst zum 30. Juni. Je nach Regelung können dir anteilig 15 Tage zustehen. Wenn du nach dem 30. Juni gehst, kann unter bestimmten Bedingungen der volle Jahresurlaub relevant sein. Hier lohnt sich ein Blick in Vertrag und interne Regeln.

Überstunden solltest du ebenfalls sauber klären:

  1. Werden sie ausgezahlt?
  2. Kannst du sie abfeiern?
  3. Gibt es ein Zeitkonto?
  4. Sind Überstunden mit dem Gehalt abgegolten?

Gerade bei Consulting, Tech und Start-ups sammeln sich schnell viele Stunden an. Bei €75k Gehalt als Product Manager bei einem Scale-up können 80 offene Überstunden trotzdem ein echter Wert sein.

Arbeitszeugnis direkt anfordern#

Fordere dein qualifiziertes Arbeitszeugnis direkt in der Kündigung an. Nicht erst am letzten Tag.

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält Angaben zu:

  1. Aufgaben
  2. Leistung
  3. Verhalten
  4. Austrittsgrund
  5. Schlussformel

Wichtig ist die Sprache. Zeugnisse klingen oft freundlich, enthalten aber Codes.

Beispiele:

  1. „Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ entspricht meist sehr gut
  2. „Stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ entspricht gut
  3. „Zu unserer Zufriedenheit“ ist eher schwach
  4. „Er bemühte sich“ ist richtig schlecht

Wenn du dich später bei SAP, BMW, Siemens oder N26 bewirbst, kann ein gutes Zeugnis helfen. Nicht immer ist es entscheidend, aber es gehört zu einem sauberen Profil.

Bitte auch um einen Zwischenentwurf, wenn möglich. Manche Unternehmen lassen dich Input liefern. Das ist deine Chance, wichtige Projekte sichtbar zu machen.

Kündigung in der Probezeit#

Wenn du noch in der Probezeit bist, gelten oft kürzere Fristen. Häufig sind es zwei Wochen, sofern nichts anderes vereinbart ist.

Auch hier gilt: schriftlich kündigen.

Musterformulierung:

„Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis während der Probezeit ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“

Du musst keinen Grund nennen.

Wenn du nach wenigen Wochen merkst, dass der Job nicht passt, ist das unangenehm, aber nicht ungewöhnlich. Vielleicht wurde dir im Recruiting eine strategische Rolle versprochen, und am Ende machst du nur operative Tickets. Vielleicht ist das Team komplett anders als erwartet.

Bleib sachlich. Keine Abrechnung im Kündigungsschreiben.

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Fristlose Kündigung: Bitte nur mit Vorsicht#

Eine fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer ist möglich, aber nur bei wichtigem Grund. Das ist kein Tool, um schneller beim neuen Arbeitgeber anzufangen.

Mögliche Gründe können sein:

  1. Wiederholt ausbleibendes Gehalt
  2. Massive Pflichtverletzungen
  3. Schwere Belästigung
  4. Gefährdung deiner Gesundheit
  5. Straftaten gegen dich

Aber: Lass dich vorher rechtlich beraten. Wenn eine fristlose Kündigung unwirksam ist, kann es Ärger geben.

Für einen normalen Jobwechsel ist fast immer die ordentliche Kündigung der richtige Weg.

Aufhebungsvertrag als Alternative#

Wenn du schneller raus möchtest, kannst du einen Aufhebungsvertrag ansprechen.

Dabei einigen sich du und dein Arbeitgeber auf ein früheres Ende. Das kann gut sein, wenn beide Seiten daran interessiert sind.

Beispiel:

Du hast drei Monate Kündigungsfrist, dein neuer Job bei Trade Republic soll aber schon in sechs Wochen starten. Dein aktueller Arbeitgeber hat ohnehin kaum noch Aufgaben für dich oder möchte die Stelle schnell neu besetzen. Dann kann ein Aufhebungsvertrag passen.

Wichtig:

  1. Alles schriftlich regeln
  2. Austrittsdatum klar festlegen
  3. Resturlaub klären
  4. Überstunden klären
  5. Bonus klären
  6. Zeugnis klären
  7. Freistellung klären

Unterschreib keinen Aufhebungsvertrag unter Druck. Besonders wenn du noch keinen neuen Job hast, kann ein Aufhebungsvertrag Auswirkungen auf Arbeitslosengeld haben.

Beim Jobwechsel mit unterschriebenem neuem Vertrag ist das Risiko meist geringer, aber prüf trotzdem genau.

Freistellung nach Kündigung#

Manche Arbeitgeber stellen dich nach der Kündigung frei. Besonders wenn du zu einem Wettbewerber wechselst oder Zugang zu sensiblen Daten hast.

Beispiel: Du arbeitest im Produktteam von N26 und wechselst zu Trade Republic. Dann kann dein Arbeitgeber sagen: Lieber keine weiteren Einblicke in Roadmaps und interne Zahlen.

Freistellung bedeutet meist: Du musst nicht mehr arbeiten, bekommst aber weiter Gehalt bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses.

Kläre, ob die Freistellung:

  1. Widerruflich oder unwiderruflich ist
  2. Auf Resturlaub angerechnet wird
  3. Überstunden abbaut
  4. Auswirkungen auf Bonus hat
  5. Nebentätigkeiten erlaubt

Nicht einfach beim neuen Arbeitgeber früher anfangen, solange dein alter Vertrag noch läuft. Das kann problematisch sein, wenn keine klare Zustimmung vorliegt.

Typische Fehler bei der Kündigung#

Hier sind die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest.

1. Kündigung per E-Mail senden

Eine E-Mail ist schnell, aber meist nicht wirksam. Nutze Papier und Unterschrift.

2. Falsches Datum eintragen

Ein falsches Austrittsdatum kann Stress mit dem neuen Arbeitgeber bringen. Immer Kündigungsfrist prüfen.

3. Zu emotional schreiben

„Nach Jahren mangelnder Wertschätzung kündige ich endlich...“

Nein. Schreib das nicht.

Deine Kündigung ist kein Ventil. Sie ist ein rechtliches Dokument.

4. Erst kündigen, dann neuen Vertrag klären

Riskant. Warte auf den unterschriebenen Vertrag.

5. Empfang nicht dokumentieren

Ohne Nachweis kann es im Streitfall schwierig werden. Lass dir den Zugang bestätigen.

6. Resturlaub vergessen

Urlaub ist Geld. Klär ihn.

7. Arbeitszeugnis zu spät anfordern

Wenn alle im Offboarding-Modus sind, zieht sich das Zeugnis oft ewig. Früh anfragen.

8. Im Team lästern

Dein letzter Eindruck zählt. Erzähl nicht jedem, wie schlecht alles war.

Was du deinem Team sagen kannst#

Nach der formellen Kündigung kommt meist die Kommunikation ans Team.

Stimm dich mit deiner Führungskraft ab. Es wirkt professionell, wenn ihr gemeinsam festlegt, wann und wie es kommuniziert wird.

Kurze Nachricht fürs Team:

„Ich möchte euch informieren, dass ich das Unternehmen zum 31. Mai verlassen werde. Ich habe mich für einen nächsten beruflichen Schritt entschieden. Bis dahin sorge ich natürlich für eine saubere Übergabe und unterstütze euch, wo ich kann.“

Wenn du willst, kannst du später persönlicher werden. Aber die erste Info sollte klar und ruhig sein.

Übergabe professionell planen#

Eine gute Übergabe macht dich nicht nur beliebt. Sie schützt auch deinen Ruf.

Erstelle eine Übergabeliste:

  1. Laufende Projekte
  2. Offene Deadlines
  3. Wichtige Kontakte
  4. Zugänge und Tools
  5. Dokumentationen
  6. Risiken
  7. Empfehlungen für nächste Schritte

Wenn du als Data Analyst bei Delivery Hero arbeitest, dokumentiere Dashboards, Datenquellen und wiederkehrende Reports. Wenn du als Account Manager bei SAP Kunden betreust, liste Ansprechpartner, Vertragsstände und offene Themen.

Das hilft deinem Team enorm.

Und ja, es fühlt sich manchmal unfair an, bis zum letzten Tag alles sauber zu machen. Aber genau das bleibt hängen.

Kündigung und Gehalt: Was passiert bis zum letzten Tag?#

Bis zum Ende deines Arbeitsverhältnisses bekommst du dein normales Gehalt. Auch wenn du freigestellt bist, sofern die Freistellung bezahlt ist.

Achte auf Sonderzahlungen:

  1. Bonus
  2. Provision
  3. Weihnachtsgeld
  4. Urlaubsgeld
  5. Aktienoptionen
  6. RSUs
  7. Retention Bonus

Bei Firmen wie SAP, Siemens oder BMW können Bonusregelungen klar strukturiert sein. Bei Start-ups wie Personio, N26 oder Trade Republic können ESOPs, VSOPs oder Aktienprogramme eine Rolle spielen.

Prüfe:

  1. Was passiert bei Eigenkündigung?
  2. Gibt es Stichtage?
  3. Musst du bis zu einem bestimmten Datum beschäftigt sein?
  4. Gibt es Rückzahlungsklauseln?
  5. Was passiert mit noch nicht gevesteten Anteilen?

Wenn es um mehrere Tausend Euro geht, lohnt sich eine rechtliche Prüfung.

Kündigung wegen besserem Gehalt: Wie offen solltest du sein?#

Viele wechseln wegen Geld. Völlig legitim.

Beispiele aus 2026:

  1. Marketing Manager von €48k auf €60k
  2. Software Engineer von €72k auf €88k
  3. HR Business Partner von €58k auf €70k
  4. Controller von €62k auf €76k
  5. Product Manager von €75k auf €92k

Trotzdem musst du deinem alten Arbeitgeber nicht jedes Detail nennen.

Wenn du offen sein möchtest:

„Das neue Angebot passt für mich finanziell und inhaltlich besser zu meinem nächsten Schritt.“

Wenn du weniger sagen möchtest:

„Ich habe mich für eine neue berufliche Perspektive entschieden.“

Beides ist okay.

Kündigung schreiben, wenn du innerlich schon lange raus bist#

Manchmal ist die Kündigung nur der letzte Schritt nach Monaten Frust.

Vielleicht wurdest du übergangen. Vielleicht gab es keine Gehaltserhöhung. Vielleicht war dein Workload dauerhaft zu hoch. Vielleicht hast du sonntags schon Bauchschmerzen wegen Montag.

Dann ist die Versuchung groß, endlich alles rauszulassen.

Mach es nicht im Kündigungsschreiben.

Wenn du Feedback geben willst, nutze ein Exit-Gespräch. Aber auch dort gilt: Sag die Wahrheit professionell.

Gute Formulierungen:

  1. „Ich hatte mir mehr Entwicklungsperspektive gewünscht.“
  2. „Die Prioritäten haben sich für mich nicht mehr passend angefühlt.“
  3. „Die Rolle hat sich anders entwickelt, als ich es erwartet hatte.“
  4. „Ich wünsche mir im nächsten Schritt mehr Verantwortung und klarere Ziele.“

Das ist ehrlich, aber nicht verbrannt.

Checkliste: Kündigung beim Jobwechsel 2026#

Bevor du das Schreiben abgibst, geh diese Liste durch:

  1. Neuer Arbeitsvertrag unterschrieben?
  2. Startdatum beim neuen Arbeitgeber klar?
  3. Kündigungsfrist geprüft?
  4. Austrittsdatum berechnet?
  5. Kündigung mit korrekten Daten erstellt?
  6. „Hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ eingebaut?
  7. Arbeitszeugnis angefordert?
  8. Original unterschrieben?
  9. Zugang der Kündigung dokumentiert?
  10. Resturlaub und Überstunden notiert?
  11. Bonus, Provision oder Aktien geprüft?
  12. Übergabe grob geplant?
  13. Kommunikation ans Team abgestimmt?

Wenn du hier überall ein Häkchen hast, bist du gut vorbereitet.

Mini-Vorlagen für verschiedene Situationen#

Kurz und neutral

Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum 31. Mai 2026, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das Beendigungsdatum schriftlich. Zudem bitte ich um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

Wertschätzend

Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum 31. Mai 2026, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit und die Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren sammeln konnte. Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das Beendigungsdatum schriftlich und stellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.

Bei schwierigem Verhältnis

Hiermit kündige ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das genaue Beendigungsdatum schriftlich. Zudem bitte ich um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

Kurz. Sachlich. Kein Angriff.

Fazit: Kündigung sauber schreiben, ruhig bleiben, stark wechseln#

Eine Kündigung beim Jobwechsel ist kein Drama, wenn du sie sauber angehst. Du brauchst kein perfektes Sprachgefühl, sondern Klarheit, korrekte Fristen und einen professionellen Ton.

Denk dran:

  1. Schriftform mit echter Unterschrift
  2. Kündigungsfrist genau prüfen
  3. Erst neuen Vertrag sichern
  4. Zugang dokumentieren
  5. Resturlaub, Überstunden und Zeugnis klären
  6. Im Gespräch ruhig und wertschätzend bleiben

Du wechselst nicht, weil du illoyal bist. Du wechselst, weil deine Karriere weitergeht. Vielleicht wartet bei Siemens ein besserer Titel, bei BMW ein höheres Gehalt, bei SAP mehr Stabilität oder bei Personio mehr Wachstum.

Und bevor du dich mit deiner nächsten Bewerbung noch besser positionierst: Lass deinen Lebenslauf einmal sauber prüfen. Mit dem kostenlosen ATS-Check von JobRise siehst du schnell, ob dein CV durch Bewerbermanagement-Systeme kommt und wo du nachbessern solltest: Jetzt kostenlos den ATS-Checker nutzen.

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