Lebenslauf mit Datum und Unterschrift: noch nötig?

JobRise Team6 min read

Die Bewerbung ist fast fertig, doch unten auf dem Lebenslauf steht noch eine leere Zeile: Ort, Datum, Unterschrift. Oder lässt man das heutzutage einfach weg?

Die kurze Antwort: Bei Online-Bewerbungen erwartet das kaum noch jemand. Bei Papier, Behörden und traditionellen Arbeitgebern ist es aber noch verbreitet.

Was heute noch üblich ist#

Der Großteil der Bewerbungen läuft digital. Du schickst ein PDF per Mail oder lädst es in ein Bewerberportal hoch, und dort gibt es keinen Platz für eine Unterschrift. Deshalb lässt du sie bei Online-Bewerbungen in der Regel einfach weg.

Anders sieht es aus, wenn du einen Ausdruck in einen Umschlag steckst. Dann ist eine Unterschrift unten rechts in vielen Häusern noch erwartet, gerade bei öffentlichen Arbeitgebern, im Handwerk, in kleineren Familienunternehmen oder im Gesundheitswesen. Wo genau die Grenze liegt, entscheidet jeder Arbeitgeber selbst, also schau in die Stellenausschreibung.

Mein Rat: Wenn in der Ausschreibung nichts steht und du digital bewirbst, unterschreibe nicht. Eine gescannte Unterschrift auf einer Online-Bewerbung wirkt schnell wie ein Relikt aus dem Ausbildungsbewerbungsordner von 2009.

Der Recruiter blättert im Schnitt nur wenige Sekunden durch dein Dokument. Alles, was nach 2009 aussieht, fällt sofort auf. Besser ohne.

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Wenn du unterschreibst: Ort, Datum, Unterschrift#

Die Reihenfolge ist gesetzt: Ort, aktuelles Datum, darunter deine Unterschrift. Ort und Datum stehen dabei oft auf einer Zeile, mit Komma getrennt, zum Beispiel "München, 12.03.2026". Danach kommt die Unterschrift.

Nimm immer das Datum, an dem du die Bewerbung tatsächlich verschickst. Ein veraltetes Datum fällt sofort auf: Wer im Mai ein PDF mit dem Stand Februar verschickt, signalisiert, dass die Bewerbung eine Vorlage ist, die durchgeschleust wird. Das ist zwar oft unschuldig, kostet aber Vertrauen.

Ein veraltetes Datum. Der Klassiker. Das passiert öfter, als du denkst.

Unterschrift sauber digital einfügen

So gehst du vor, damit es nicht aussieht wie ein Screenshot aus WhatsApp:

  • Unterschreibe mit einem Füller auf weißes Papier, ohne Linien darunter.
  • Fotografiere oder scanne sie in guter Auflösung, mindestens 300 dpi.
  • Schneide sie am Rechner zu, sodass nur die Unterschrift übrig bleibt.
  • Setze den Hintergrund transparent, damit kein weißer Kasten auf deinem Lebenslauf klebt.
  • Platziere sie in der PDF in der passenden Größe, knapp über der Zeile mit Ort und Datum.

Ein Tipp aus der Praxis: Unterschreibe etwas größer als im Alltag. Eine zierliche Unterschrift verschwindet beim Verkleinern im PDF, und du musst raten, ob da überhaupt was steht.

Klingt banal. Ist es aber nicht.

Ein veraltetes Datum ist nicht das einzige Problem#

Wer Datum und Unterschrift diskutiert, hat meist noch andere Altlasten im Lebenslauf. Die größte Baustelle ist die Überschrift "Lebenslauf" ganz oben. Die brauchst du nicht. Dein Name steht da, und jeder Personaler weiß, was das Dokument ist.

Weitere Elemente, die du streichen solltest:

  • Eltern und deren Berufe, das war in den 1980ern Standard.
  • Konfession, außer du bewirbst dich bei einer Kirche oder einem kirchlichen Träger.
  • Grundschule, sie interessiert nach ein paar Jahren Berufserfahrung niemanden mehr.
  • Ein Passfoto, wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, ist es rechtlich gesehen freiwillig.
  • Handschriftliche Ergänzungen am Rand, die wirken heutzutage einfach lieblos.

Zur Konfession: Bei kirchlichen Arbeitgebern kann die Angabe erwartet sein, weil dort besondere Regeln gelten. Wo genau, steht im Arbeitsvertrag oder im jeweiligen Kollektivvertrag, nicht im Lebenslauf. Im Zweifel fragst du vorher nach.

Streichen. Alles. Ohne Diskussion.

Der Aufbau bleibt der gleiche#

Ob mit oder ohne Unterschrift, die Struktur ändert sich nicht. Wenn du dir bei der Reihenfolge der Abschnitte unsicher bist, hilft dir unser Aufbau des tabellarischen Lebenslaufs Schritt für Schritt weiter.

Ein Beispiel, wie eine typische Position aussieht, sauber und ohne Ballast:

03/2022 bis heute, Projektleiterin Marketing, Nordstern Handels GmbH, Hamburg

  • Verantwortlich für drei Produktlinien mit einem jährlichen Werbebudget im mittleren sechsstelligen Bereich
  • Einführung eines neuen Kampagnen-Tools, dadurch 40 Prozent weniger Abstimmungsaufwand im Team
  • Führen von vier Mitarbeitenden, inklusive Einarbeitung von zwei Auszubildenden

Das Datum steht vorne, das Ergebnis am Ende. So liest sich das in wenigen Sekunden, und genau so lange schaut ein Recruiter auf deinen Lebenslauf, bevor er entscheidet, ob er weiterliest oder zur nächsten Bewerbung springt.

Ein kurzer Blick. Mehr ist es nicht.

Was du vor dem Abschicken prüfst#

Bevor das PDF rausgeht, gehst du die Liste einmal durch. Das dauert fünf Minuten und erspart dir peinliche Nachfragen.

  • Steht oben dein Name, ohne die Überschrift "Lebenslauf"?
  • Sind die Datumsangaben durchgängig im Format MM/JJJJ?
  • Passt das Datum unten auf Ort und Datum zum Versandtag?
  • Hast du, falls nötig, eine aktuelle Unterschrift eingefügt?
  • Ist die PDF-Datei sinnvoll benannt, zum Beispiel "Lebenslauf_Mueller_Anna.pdf"?
  • Öffnet sich die Datei auf dem Handy halbwegs lesbar?

Ein sinnvoller letzter Schritt: Lass den kostenlosen ATS-Check über deine Datei laufen. Der zeigt dir, ob ein Bewerbermanagement-System die Abschnitte überhaupt erkennt, oder ob deine geschickte Spaltenlayout-Idee das Dokument unlesbar macht.

Fünf Minuten. Versprochen.

Wo du jetzt passende Stellen findest#

Wenn dein Lebenslauf steht, brauchst du die passenden Ausschreibungen. Auf unseren aktuellen Stellenangeboten findest du offene Positionen nach Ort und Bereich, und für einen Fokus auf den deutschen Markt lohnt der Blick auf die Jobs in Deutschland.

Häufige Fragen#

Muss ich meinen Lebenslauf immer unterschreiben?

Nein. Bei Online-Bewerbungen ist es heute üblich, ohne Unterschrift zu schicken. Unterschreibe nur, wenn du eine Papierbewerbung verschickst oder der Arbeitgeber es ausdrücklich verlangt.

Wo genau gehört die Unterschrift hin?

Unten links oder unten rechts, mit Ort und Datum darüber oder daneben. Die genaue Position ist egal, solange sie am Ende des Dokuments sitzt und sauber aussieht.

Kann ich die Unterschrift einfach einscannen und einfügen?

Ja, das ist der übliche Weg. Achte darauf, dass der Hintergrund transparent ist und die Unterschrift nicht wie ein aufgeklebter weißer Kasten aussieht.

Was ist mit dem Datum, wenn ich die Bewerbung später verschicke?

Nimm immer das Datum des Versands, nicht das Erstelldatum der Datei. Ein veraltetes Datum wirkt, als hättest du die Bewerbung aus einer Schublade gezogen.

Brauche ich Ort und Datum auch in Österreich und der Schweiz?

Die Gepflogenheiten ähneln sich, aber es gibt keine einheitliche Regel. Im Zweifel orientierst du dich an der Stellenausschreibung, und bei Behörden fragst du besser vorher nach.

Schick das der Person, die diese Woche das Interview hat.