Questions to Ask in a UI UX Designer Interview

Interview PrepJobRise Team7 min read

Du sitzt im UI UX Designer Interview und am Ende fragt jemand: "Haben Sie noch Fragen?" Dann kommt ein kurzes "Nein, eigentlich nicht", und der Eindruck kippt. Genau hier trennt sich Senior von Junior, nicht bei der Portfolio Präsentation.

Gute Rückfragen zeigen, dass du nicht nur gestalten kannst, sondern verstehen willst, wie Design in diesem Unternehmen tatsächlich funktioniert. Sie helfen dir auch selbst. Denn du willst ja wissen, ob du dort überhaupt arbeiten möchtest.

Warum deine Fragen mehr verraten als deine Antworten#

Interviewer hören sich deine Fragen genau an. Wer fragt, wie das Team Designentscheidungen auflöst, hat vermutlich schon Konflikte erlebt. Wer fragt, woran der Erfolg eines Redesigns gemessen wird, denkt in Ergebnissen.

Umgekehrt gilt auch: Wer nur nach Homeoffice und Urlaubstagen fragt, signalisiert wenig Interesse an der Arbeit. Beides ist legitim, aber die Reihenfolge zählt.

Ich habe in vielen Interviews auf beiden Seiten gesessen. Die stärksten Kandidaten hatten drei bis fünf vorbereitete Fragen, passten sie an das Gespräch an und hörten wirklich zu, statt die Liste abzuarbeiten.

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12 Fragen, die sich lohnen, und was sie dir zeigen#

Fragen zur Team-Realität

Diese Fragen decken ab, wie Design dort wirklich gelebt wird. Das ist der wichtigste Block, weil hier die meisten Enttäuschungen entstehen.

  1. Wie viele Designer arbeiten aktuell im Team, und wie verteilen sich Erfahrungslevel und Zuständigkeiten?
  2. Wer gibt Design-Feedback, und wer hat das letzte Wort bei strittigen Entscheidungen?
  3. Wie arbeiten Designer mit Product Managern und Entwicklern zusammen, konkret im Alltag?
  4. Was war die letzte Designentscheidung, die intern umstritten war, und wie wurde sie aufgelöst?

Frage 4 ist mein Favorit. Die Antwort zeigt dir sofort, ob es echte Debatten gibt oder ob jemand allein entscheidet und den Rest ausführt.

Fragen zu Prioritäten und Prozess

Hier findest du heraus, ob Design geschätzt oder nur abgenickt wird. Achte auf die Konkretheit der Antworten.

  1. An welcher Stelle im Prozess werden Designer eingebunden, bei der ersten Idee oder erst beim Umsetzen?
  2. Wie viel Zeit ist für Research und Testen eingeplant, und wer entscheidet, wenn Zeit knapp wird?
  3. Welche Design-Tools und welche Design-System-Struktur gibt es aktuell?
  4. Wie werden Designentscheidungen dokumentiert, damit sie später nachvollziehbar bleiben?

Bei Frage 7 geht es nicht um Tool-Namen. Du willst hören, ob es ein gepflegtes System gibt oder ob jeder in eigenen Files arbeitet.

Fragen zu Erfolgskriterien und Risiken

Diese Fragen wirken am professionellsten. Sie zeigen, dass du über die Auslieferung hinausdenkst.

  1. Woran messen wir gemeinsam, ob ein UI-Projekt erfolgreich war, sechs Monate nach dem Launch?
  2. Was sind die größten UX-Probleme im aktuellen Produkt, aus eurer Sicht?
  3. Wie sieht die typische Karriereentwicklung für Designer hier aus, und woran wird sie festgemacht?
  4. Warum ist die Stelle offen, und was soll die Person in den ersten sechs Monaten erreichen?

Frage 12 beantwortet mehr als jede Stellenbeschreibung. Offen wegen Wachstum ist etwas anderes als offen wegen Konflikt.

Wie du die Antworten liest#

Die Formulierung verrät oft mehr als der Inhalt. Achte auf Muster, nicht auf einzelne Sätze.

Vage Antwort auf eine konkrete Frage ist ein Signal. Wenn du fragst, wie Designentschieden werden, und die Antwort "wir sind da sehr offen" lautet, frag einmal nach. Ein Beispiel hilft.

Widersprüche sind ebenfalls interessant. Ein Team kann behaupten, User Research sei zentral, und dann auf deine Frage nach Testbudget ausweichen. Beides kann stimmen, aber du solltest wissen, welches Verhalten du im Alltag bekommst.

Positive Zeichen sind: konkrete Beispiele, Nennung von Namen und Rollen, ehrliche Einschrätzung von Problemen, klare Erwartungen für die ersten Monate. Teams, die ihre Schwächen benennen, sind meist angenehmer als Teams, bei denen alles "sehr agil" und "sehr kollaborativ" ist.

Fragen, die du besser weglässt#

Manche Fragen kosten dich Punkte, auch wenn sie nachvollziehbar sind.

  • Fragen, die du in zehn Sekunden auf der Website beantwortet bekommst, etwa "Was macht ihr eigentlich genau?"
  • Reine Gehaltsfragen als Einstieg. Sprich Vergütung an, aber nicht als allererstes und nicht, bevor die Rolle geklärt ist.
  • Fragen, die nach Sonderbehandlung klingen, bevor du eingestellt bist.
  • Alles, was wie ein Test klingt: "Was würden Sie sagen, wie gut euer Design-Team wirklich ist?"

Gehalt, Arbeitszeit und Remote-Regeln sind legitime Themen. Stell sie, aber ordne sie ein, meist in einem späteren Gespräch. Übrigens: Wenn du wissen willst, welche Gehälter für UI UX Designer aktuell berichtet werden, wirf einen Blick in unsere Jobangebote und vergleiche mehrere Anzeigen, bevor du eine Zahl nennst. Spannen variieren stark nach Erfahrung, Branche und Region, und du solltest immer die aktuelle offizielle Quelle oder mehrere aktuelle Angebote prüfen.

Fragen, die Seniorität sofort zeigen#

Drei Muster unterscheiden erfahrene Designer von Berufseinsteigern.

Erstens: Du sprichst über Trade-offs. "Wie priorisieren wir, wenn Research und Deadline kollidieren?" ist eine Frage von jemandem, der schon Projekte durchgezogen hat.

Zweitens: Du denkst über die Organisation nach. Fragen zu Design-Ops, zur Skalierung des Design-Systems oder zur Zusammenarbeit über Teams hinweg zeigen, dass du über den eigenen Screen hinaussiehst.

Drittens: Du fragst nach dem Ergebnis, nicht nach dem Deliverable. Der Unterschied zwischen "Woran erkennt ihr ein gutes Design?" und "Woran erkennt ihr ein erfolgreiches Produkt?" ist klein, aber die zweite Frage reicht weiter.

Ein konkretes Beispiel

Stell dir vor, das Team sagt auf Frage 5, Designer würden "früh eingebunden". Dann hakt du so nach:

"Können Sie mir das an einem Projekt aus den letzten Monaten beschreiben? Wann kam der Designer dazu, was war zu diesem Zeitpunkt schon entschieden, und was konnte noch verändert werden?"

Diese Nachfrage ist freundlich, konkret und fast nicht ausweichbar. Bekommst du eine klare Geschichte, hast du ein reales Bild. Bekommst du eine allgemeine Antwort, hast du ebenfalls ein Bild, nur ein anderes.

Vorbereitung in 20 Minuten#

Du brauchst kein Skript auswendig lernen. Eine kurze Struktur reicht.

  • Lies die Stellenanzeige noch einmal und markiere drei Begriffe, die du nicht ganz verstehst. Frag genau danach.
  • Schau dir das Produkt selbst an und notiere eine Sache, die du nicht verstehst. Das ist fast immer eine gute Frage.
  • Wähle acht bis zehn Fragen aus der Liste oben und kreuze drei an, die du auf jeden Fall stellen willst.
  • Notiere dir, welche Themen du selbst ansprechen musst, Gehalt, Remote, Startdatum. Nicht vergessen.
  • Prüfe deine Unterlagen vorher mit dem kostenlosen ATS-Check, damit dein Lebenslauf überhaupt dort ankommt, wo du fragen willst.

Wenn die Stellenanzeige unklar formuliert ist, hilft dir ein Blick in unsere Analyse von Stellenanzeigen, um Rollen und Erwartungen sauber zu entschlüsseln. Und wenn du passende Stellen suchst, findest du auf unseren aktuellen Jobseiten offene Positionen für UI- und UX-Designer, oft mit Hinweisen zum Prozess im Unternehmen. Mehr Hintergründe zu Interviews und Bewerbungen gibt es in unseren Artikeln rund um Bewerbung und Karrierewechsel.

Kostenlose Tools#

Häufige Fragen#

Wie viele Fragen sollte ich im Interview stellen?

Drei bis fünf Fragen pro Gesprächsphase sind ein guter Wert. Weniger wirkt desinteressiert, mehr wird zur Befragung. Nimm lieber weniger Fragen und höre aufmerksam zu, dann entstehen oft die besten Folgefragen.

Soll ich Gehalt und Benefits im ersten Gespräch ansprechen?

Lass den Arbeitgeber zuerst die Rolle erklären, und kläre Vergütung spätestens im zweiten Gespräch oder wenn das Unternehmen das Thema öffnet. Wenn eine Spanne in der Anzeige steht, kannst du früh darauf verweisen und nach dem Verhandlungsspielraum fragen. Zahlen variieren stark, prüfe immer aktuelle Quellen.

Was frage ich, wenn ich für eine Junior-Stelle interviewt werde?

Fokus auf Lernen und Einarbeitung: Wer begleitet mich, wie sieht Feedback aus, wie schnell übernehme ich eigene Projekte? Das zeigt Lernbereitschaft ohne naive Fragen. Karrierepfade sind hier interessanter als Gehaltssprünge.

Soll ich nach Homeoffice und Arbeitszeit fragen?

Ja, aber erst nach den inhaltlichen Fragen und am besten in einer der letzten Runden. Formuliere es als Organisationsfrage, nicht als Forderung. Ein Satz wie "Wie handhabt das Team Remote-Arbeit im Alltag?" reicht völlig.

Was mache ich, wenn mir eine Antwort nicht gefällt?

Hak freundlich nach und bitte um ein Beispiel. Bleibt die Antwort vage oder widersprüchlich, ist das selbst eine Information, über die du nach dem Gespräch in Ruhe nachdenken solltest. Ein Jobwechsel kostet Monate, ein schlechtes Team kostet Jahre.

Schick das der Person, die diese Woche das Interview hat.