Pflichtpraktikum vs freiwilliges Praktikum 2026
162 Bewerbungen pro Zusage, Durchschnitt 2026.
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Du willst 2026 ein Praktikum machen, aber schon nach drei Google-Suchen fühlt sich alles unnötig kompliziert an. Pflichtpraktikum, freiwilliges Praktikum, Mindestlohn, Sozialversicherung, Urlaub, BAföG, Vertrag, Kündigung, Lebenslauf, und irgendwie sagt jede Uni etwas anderes.
Wenn du gerade überlegst, ob du ein Praktikum bei BMW, SAP, Siemens, N26, Trade Republic, Personio oder Delivery Hero machen sollst, ist die Entscheidung nicht nur eine Formalität. Sie kann beeinflussen, wie viel Geld du bekommst, wie flexibel du bist, wie dein Lebenslauf wirkt und ob du am Ende wirklich etwas lernst.
Kurz gesagt: Pflichtpraktikum und freiwilliges Praktikum klingen ähnlich, sind aber rechtlich, finanziell und strategisch ziemlich unterschiedlich.
Pflichtpraktikum vs freiwilliges Praktikum 2026: Der schnelle Unterschied#
Ein Pflichtpraktikum ist Teil deiner Studienordnung oder Ausbildungsordnung. Du musst es also machen, damit du dein Studium oder deine Ausbildung abschließen kannst.
Ein freiwilliges Praktikum machst du zusätzlich. Du entscheidest dich selbst dafür, zum Beispiel in den Semesterferien, nach dem Bachelor, während eines Gap Years oder neben dem Studium.
Die wichtigste Frage ist also:
- Steht das Praktikum in deiner Studienordnung als Pflicht drin?
- Brauchst du es offiziell für deinen Abschluss?
- Gibt es Vorgaben zu Dauer, Inhalt oder Nachweis?
- Muss deine Hochschule das Praktikum bestätigen?
Wenn du bei diesen Punkten „ja“ sagst, bist du meistens beim Pflichtpraktikum.
Wenn du sagst „Ich mache das, weil ich Erfahrung will“, dann ist es sehr wahrscheinlich ein freiwilliges Praktikum.
Klingt simpel, aber hier passieren viele Fehler. Besonders, wenn Unternehmen ihre Praktika einfach als „Internship“ ausschreiben und nicht sauber sagen, ob es für Pflichtpraktikanten oder freiwillige Praktikanten gedacht ist.
Was ist ein Pflichtpraktikum genau?#
Ein Pflichtpraktikum ist vorgeschrieben. Deine Uni, Hochschule oder Ausbildung verlangt es.
Beispiele:
- Ein Praxissemester im Bachelor Maschinenbau.
- Ein sechsmonatiges Pflichtpraktikum in BWL.
- Ein Klinikpraktikum im Medizinstudium.
- Ein Vorpraktikum für ein technisches Studium.
- Ein Pflichtpraktikum im Rahmen einer schulischen Ausbildung.
Wenn du zum Beispiel an einer Hochschule studierst und dein Studiengang ein Praxissemester vorsieht, brauchst du meist einen Nachweis. Das Unternehmen bestätigt am Ende, dass du das Praktikum gemacht hast.
Typische Dauer 2026:
- Vorpraktikum: 4 bis 12 Wochen.
- Praxissemester: 20 bis 26 Wochen.
- Pflichtpraktikum im Studium: oft 8 Wochen bis 6 Monate.
- Pflichtpraktikum in der Ausbildung: je nach Schul- oder Prüfungsordnung.
Wichtig: Nicht dein Bauchgefühl entscheidet, sondern die Prüfungsordnung.
Wenn SAP dir ein sechsmonatiges Praktikum anbietet, ist es nicht automatisch ein Pflichtpraktikum. Es wird erst dann eins, wenn deine Hochschule es offiziell verlangt oder anerkennt.
Was ist ein freiwilliges Praktikum genau?#
Ein freiwilliges Praktikum ist nicht vorgeschrieben. Du machst es, weil du Berufserfahrung sammeln willst.
Typische Situationen:
- Du willst vor dem Studium testen, ob Marketing, IT oder Consulting zu dir passt.
- Du willst während des Bachelors praktische Erfahrung sammeln.
- Du willst nach dem Abschluss eine Lücke sinnvoll füllen.
- Du willst den Einstieg bei Firmen wie Siemens, BMW oder Personio schaffen.
- Du willst deinen Lebenslauf stärken, bevor du dich auf Werkstudentenjobs bewirbst.
Freiwillige Praktika sind super, wenn du noch nicht genau weißt, wohin du willst.
Beispiel: Du studierst Wirtschaftsinformatik in Köln und machst drei Monate freiwillig ein Praktikum bei N26 in Berlin. Danach weißt du, ob Fintech, Produktmanagement oder Data Analytics dein Ding ist.
Aber freiwillige Praktika haben eine wichtige Besonderheit: Ab einer bestimmten Dauer gilt oft der gesetzliche Mindestlohn.
Mindestlohn 2026: Wer bekommt was?#
Hier wird es spannend, weil Geld natürlich zählt.
In Deutschland gilt beim Praktikum nicht immer automatisch Mindestlohn. Es hängt davon ab, ob es Pflicht oder freiwillig ist und wie lange es dauert.
Pflichtpraktikum und Mindestlohn
Bei einem Pflichtpraktikum hast du grundsätzlich keinen Anspruch auf Mindestlohn. Auch dann nicht, wenn es sechs Monate dauert.
Das klingt hart, ist aber für viele Unternehmen der Grund, warum sie Pflichtpraktikanten gerne einstellen.
Heißt das, dass du gar nichts bekommst? Nein.
Viele große Firmen zahlen trotzdem eine Praktikumsvergütung.
Beispiele aus dem Markt 2026, realistisch geschätzt je nach Standort, Studienphase und Firma:
- BMW Praktikum in München: ca. €1.200 bis €1.700 brutto pro Monat.
- Siemens Praktikum in Erlangen oder München: ca. €1.100 bis €1.600 brutto pro Monat.
- SAP Praktikum in Walldorf: ca. €1.300 bis €1.800 brutto pro Monat.
- Delivery Hero Praktikum in Berlin: ca. €1.000 bis €1.500 brutto pro Monat.
- Personio Praktikum in München: ca. €1.200 bis €1.700 brutto pro Monat.
Bei kleineren Firmen kann es aber auch €0 bis €800 pro Monat sein. Besonders bei sozialen Einrichtungen, Medien, Kultur oder kleinen Startups.
Freiwilliges Praktikum und Mindestlohn
Beim freiwilligen Praktikum gilt meist:
- Bis zu 3 Monate: oft kein Mindestlohn nötig.
- Länger als 3 Monate: meistens Mindestlohnpflicht.
- Nach abgeschlossenem Studium: häufig Mindestlohnpflicht, auch bei kurzer Dauer, je nach Einzelfall.
- Wenn das Praktikum eher wie normale Arbeit aussieht: Risiko für das Unternehmen, dass Mindestlohn fällig wird.
Wenn du also ein freiwilliges Praktikum für sechs Monate machst, solltest du normalerweise mindestens den gesetzlichen Mindestlohn bekommen.
2026 musst du die konkrete Mindestlohnhöhe prüfen, weil sie regelmäßig angepasst wird. Für deine Planung kannst du aber grob mit einem monatlichen Bruttobetrag um die €2.100 bis €2.300 bei Vollzeit rechnen, je nach Wochenstunden und aktueller Mindestlohnhöhe.
Das ist ein großer Unterschied.
Ein sechsmonatiges freiwilliges Praktikum bei Trade Republic in Berlin kann also finanziell deutlich attraktiver sein als ein unbezahltes Pflichtpraktikum bei einer kleinen Agentur.
Sozialversicherung: Der Teil, den alle verdrängen#
Niemand hat Lust auf Sozialversicherung. Aber sie entscheidet am Ende, was netto auf deinem Konto landet.
Pflichtpraktikum während des Studiums
Wenn das Pflichtpraktikum Teil deines Studiums ist, bist du oft sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als normale Arbeitnehmer.
Häufig gilt:
- Keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.
- Keine normalen Beiträge zur Rentenversicherung wie bei regulärer Beschäftigung.
- Krankenversicherung läuft oft über studentische Versicherung, Familienversicherung oder eigene Versicherung.
- Details hängen von Dauer, Alter, Einkommen und deiner Krankenkasse ab.
Bitte klär das vor Start mit deiner Krankenkasse. Nicht mit TikTok, nicht mit irgendeinem Forum, sondern direkt mit der Kasse.
Freiwilliges Praktikum während des Studiums
Beim freiwilligen Praktikum kann es komplizierter werden.
Wichtige Fragen:
- Arbeitest du in den Semesterferien oder während der Vorlesungszeit?
- Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du?
- Verdienst du mehr als bestimmte Grenzen?
- Bist du familienversichert?
- Gilt dein Praktikum als kurzfristige Beschäftigung, Minijob, Werkstudentenstatus oder normale Beschäftigung?
Wenn du während der Vorlesungszeit Vollzeit freiwillig arbeitest, kann das deinen Studentenstatus bei der Sozialversicherung beeinflussen.
Bei einem freiwilligen Vollzeitpraktikum über mehrere Monate wirst du oft wie ein Arbeitnehmer behandelt. Dann gehen Beiträge ab.
Das ist nicht automatisch schlecht, aber du musst es einplanen.
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Urlaub: Darfst du frei nehmen?#
Ja, aber auch hier gibt es Unterschiede.
Urlaub im Pflichtpraktikum
Bei Pflichtpraktika ist Urlaub nicht so klar wie bei normalen Jobs. Da du das Praktikum wegen deiner Studienordnung machst, geht es rechtlich oft eher um Ausbildung als um klassische Arbeit.
Viele Unternehmen geben trotzdem Urlaubstage, besonders bei längeren Pflichtpraktika.
Beispiele:
- 3 Monate Pflichtpraktikum: oft 2 bis 6 Urlaubstage.
- 6 Monate Pflichtpraktikum: oft 10 bis 15 Urlaubstage.
- Praxissemester: je nach Firma und Hochschulvorgaben.
Wichtig: Deine Hochschule kann verlangen, dass du eine bestimmte Netto-Praktikumszeit absolvierst. Wenn du zu viele Urlaubstage nimmst, kann es sein, dass du verlängern musst.
Frag also vorher:
- Wie viele Tage darf ich fehlen?
- Zählen Krankheitstage anders?
- Muss ich Urlaub an die Hochschule melden?
- Gibt es eine Mindestanzahl an Arbeitstagen?
Urlaub im freiwilligen Praktikum
Beim freiwilligen Praktikum gilt eher normales Arbeitsrecht. Wenn du länger arbeitest, hast du grundsätzlich Anspruch auf bezahlten Urlaub.
Bei einer 5-Tage-Woche sind gesetzlich mindestens 20 Urlaubstage pro Jahr vorgesehen. Für drei Monate wären das anteilig etwa 5 Tage.
Viele Firmen geben mehr. Große Arbeitgeber wie SAP, BMW, Siemens oder Personio orientieren sich oft an fairen internen Standards.
Aber lies den Vertrag. Wirklich.
Wenn dort steht „Urlaub wird mit der Vergütung abgegolten“, solltest du hellhörig werden. Das ist oft problematisch.
Vertrag: Was unbedingt drinstehen sollte#
Egal ob Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum, du brauchst einen sauberen Vertrag.
Nicht nur, weil es professionell ist. Sondern weil du sonst bei Aufgaben, Bezahlung, Dauer und Kündigung schnell in Stress kommst.
Diese Punkte sollten im Praktikumsvertrag stehen
- Name und Adresse von dir und dem Unternehmen.
- Startdatum und Enddatum.
- Art des Praktikums, Pflicht oder freiwillig.
- Vergütung pro Monat.
- Arbeitszeit pro Woche.
- Urlaubstage.
- Einsatzort, zum Beispiel München, Berlin, Walldorf oder remote.
- Abteilung und grobe Aufgaben.
- Name der Betreuungsperson.
- Kündigungsfrist.
- Hinweis auf Studienordnung bei Pflichtpraktikum.
- Regelung zu Krankheit.
- Verschwiegenheit und Datenschutz.
- Zeugnis am Ende.
Bei Pflichtpraktika will die Hochschule oft zusätzlich eine Bestätigung. Manchmal gibt es eigene Formulare.
Wenn du bei Siemens ein Praxissemester machst, kann es sein, dass du einen Vertrag von Siemens und zusätzlich ein Hochschulformular brauchst.
Bezahlung: Was ist 2026 realistisch?#
Lass uns ehrlich sein: Praktika sind nicht nur zum Lernen da. Du musst Miete, Essen, Deutschlandticket, Versicherungen und vielleicht Studiengebühren zahlen.
Gerade in Städten wie München, Berlin, Hamburg oder Frankfurt reicht eine niedrige Vergütung oft kaum.
Typische Monatsvergütung für Praktika 2026
Hier sind realistische Spannen für Vollzeitpraktika in Deutschland:
- Konzern, Technik, IT, Automotive: €1.200 bis €1.900 brutto.
- Fintech, Product, Data, Business: €1.300 bis €2.100 brutto.
- Consulting-nahe Praktika: €1.500 bis €2.300 brutto.
- HR, Marketing, Kommunikation: €900 bis €1.600 brutto.
- NGO, Kultur, Redaktion: €0 bis €1.000 brutto.
- Kleine Startups: €500 bis €1.500 brutto.
- Mindestlohnpflichtiges freiwilliges Praktikum: oft ca. €2.100 bis €2.300 brutto bei Vollzeit.
Bei N26, Trade Republic oder Delivery Hero kannst du je nach Rolle und Dauer mit etwa €1.200 bis €2.000 brutto rechnen. Bei technischen Rollen, Data oder Product kann es höher sein als bei Kommunikation oder Operations.
Bei BMW, SAP und Siemens sind Pflichtpraktika oft solide bezahlt, auch wenn kein Mindestlohn gilt.
Aber: Es gibt keine Garantie. Die Stellenausschreibung und dein Vertrag zählen.
Karrierewert: Was sieht im Lebenslauf besser aus?#
Viele denken: „Pflichtpraktikum klingt weniger wertvoll, weil ich es ja machen musste.“
Falsch.
Recruiter schauen nicht zuerst auf Pflicht oder freiwillig. Sie schauen auf:
- Firma.
- Aufgaben.
- Dauer.
- Ergebnisse.
- Bezug zum Zieljob.
- Tools und Skills.
- Verantwortung.
Ein Pflichtpraktikum bei SAP im Bereich Product Management kann stärker wirken als ein freiwilliges Praktikum ohne klare Aufgaben bei einem unbekannten Startup.
Ein freiwilliges Praktikum bei Trade Republic im Data Team kann stärker wirken als ein Pflichtpraktikum, bei dem du nur Excel-Listen gepflegt hast.
Der Titel ist weniger wichtig als der Inhalt.
So formulierst du es im Lebenslauf
Schreib nicht nur:
„Praktikant Marketing, Delivery Hero“
Besser:
„Praktikant Performance Marketing, Delivery Hero, Berlin“
Dann darunter:
- Unterstützte Kampagnenanalyse für Paid Social und Search mit Google Ads und Meta Ads.
- Erstellte wöchentliche Reportings in Excel und Looker Studio.
- Optimierte Landingpage-Briefings für 3 Kampagnen mit Fokus auf Conversion Rate.
- Zusammenarbeit mit Design, CRM und Data Analytics.
Das wirkt sofort konkreter.
Wenn es ein Pflichtpraktikum war, kannst du es erwähnen, musst es aber nicht immer in den Titel schreiben.
Beispiel:
„Praxissemester, Supply Chain Management, BMW Group, München“
Oder:
„Praktikant Supply Chain Management, BMW Group, München, Pflichtpraktikum im Bachelor“
Beides ist okay.
Was ist besser: Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum?#
Die ehrliche Antwort: Kommt auf dein Ziel an.
Pflichtpraktikum ist besser, wenn...
- Du es sowieso für den Abschluss brauchst.
- Du ein Praxissemester machen musst.
- Du bei großen Firmen bessere Chancen hast.
- Du eine längere praktische Phase willst.
- Du deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit vorbereiten möchtest.
- Du wenig Zeit für zusätzliche Praktika hast.
Viele Unternehmen mögen Pflichtpraktika, weil die Dauer oft planbar ist. Sechs Monate sind für Teams deutlich wertvoller als acht Wochen.
Wenn du bei SAP, Siemens oder BMW ein Pflichtpraktikum über sechs Monate machst, kannst du wirklich Projekte übernehmen. Das hilft deinem Lebenslauf.
Freiwilliges Praktikum ist besser, wenn...
- Du Branchen testen willst.
- Du noch nicht weißt, wohin du willst.
- Du Wartezeit sinnvoll nutzen möchtest.
- Du bessere Bezahlung willst, vor allem ab über 3 Monaten.
- Du nach dem Studium noch gezielt Erfahrung sammeln willst.
- Du dich auf einen späteren Job vorbereiten willst.
Ein freiwilliges Praktikum ist besonders stark, wenn du damit eine Richtung beweist.
Beispiel: Du studierst VWL und willst in Fintech. Ein freiwilliges Praktikum bei N26 oder Trade Republic zeigt sofort, dass du nicht nur Theorie kennst.
Der wichtigste Punkt: Dauer und Timing#
Viele Bewerber unterschätzen Timing.
Ein Praktikum ist nicht nur „irgendwann mal praktisch“. Es sollte zu deinem nächsten Schritt passen.
Gute Zeitpunkte für ein Pflichtpraktikum
- Nach dem 3. oder 4. Semester im Bachelor.
- Wenn du genug Grundlagenwissen hast.
- Vor der Bachelorarbeit.
- Vor einer Spezialisierung im Master.
- Wenn die Prüfungsordnung das Praxissemester vorsieht.
Mach dein Pflichtpraktikum nicht zu früh, wenn du noch keine Richtung hast. Sonst landest du irgendwo, lernst wenig und kannst es später schwer verkaufen.
Gute Zeitpunkte für ein freiwilliges Praktikum
- Direkt nach dem Abi zur Orientierung.
- Nach dem 2. Semester für erste Erfahrung.
- In den Semesterferien für 8 bis 12 Wochen.
- Zwischen Bachelor und Master.
- Nach dem Abschluss, wenn dir Erfahrung fehlt.
- Vor einem Branchenwechsel.
Wenn du zum Beispiel nach dem Bachelor in Management in Richtung HR Tech willst, kann ein freiwilliges Praktikum bei Personio extrem sinnvoll sein.
Du lernst die Branche, bekommst Namen im Lebenslauf und kannst danach viel gezielter Bewerbungen schreiben.
Bewerbung: Gibt es Unterschiede?#
Ja, aber nicht riesig.
Bei Pflichtpraktika musst du oft deine Studienordnung oder eine Pflichtpraktikumsbescheinigung mitschicken. Manche Unternehmen fragen direkt danach.
Bei freiwilligen Praktika wollen Unternehmen stärker verstehen, warum du es machst.
Für ein Pflichtpraktikum solltest du bereithalten
- Lebenslauf.
- Immatrikulationsbescheinigung.
- Pflichtpraktikumsnachweis deiner Hochschule.
- Studienordnung oder Auszug daraus.
- Motivationsschreiben, falls verlangt.
- Notenspiegel, falls verlangt.
- Verfügbarkeit mit Start- und Enddatum.
Für ein freiwilliges Praktikum solltest du betonen
- Warum diese Rolle.
- Warum diese Firma.
- Was du schon kannst.
- Was du lernen willst.
- Warum die Dauer sinnvoll ist.
- Wie das Praktikum zu deinem Karriereplan passt.
Bei einem freiwilligen Praktikum nach dem Studium musst du besonders gut erklären, warum du Praktikum statt Junior Job suchst.
Sag nicht: „Ich finde keinen Job.“
Sag lieber:
„Ich möchte den Einstieg in Product Operations gezielt vorbereiten und praktische Erfahrung in einem schnell wachsenden Fintech sammeln.“
Das klingt deutlich stärker.
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Aufgaben: Woran du ein gutes Praktikum erkennst#
Nicht jedes Praktikum ist ein gutes Praktikum. Auch nicht bei bekannten Firmen.
Ein guter Name im Lebenslauf hilft, aber wenn du sechs Monate nur Kalender pflegst, bringt es dir weniger als gedacht.
Gute Zeichen in der Ausschreibung
- Konkrete Aufgaben statt Floskeln.
- Nennung von Tools, zum Beispiel Excel, SQL, Figma, Salesforce, Power BI.
- Klare Abteilung.
- Eigene Projekte oder Verantwortung.
- Betreuung durch eine feste Person.
- Lernziele.
- Möglichkeit zur Bachelorarbeit oder Übernahme.
- Faire Vergütung.
Warnsignale
- „Du bist Mädchen für alles.“
- Keine klare Betreuung.
- Keine Vergütung bei freiwilligem Praktikum über 3 Monate.
- Nur operative Hilfstätigkeiten.
- Sehr lange Probezeit.
- Keine Urlaubstage.
- „Startup-Mentalität“ als Ausrede für Chaos.
- Unklare Arbeitszeiten.
- Remote ohne Einarbeitung.
- Kein Zeugnis vorgesehen.
Wenn eine Firma nicht sagen kann, was du in den ersten vier Wochen machst, ist das kein gutes Zeichen.
Pflichtpraktikum im Ausland#
Ein Pflichtpraktikum im Ausland kann stark sein. Besonders, wenn du später international arbeiten willst.
Beispiele:
- SAP in Barcelona oder Dublin.
- BMW in Österreich.
- Siemens in den Niederlanden.
- Delivery Hero Standorte in Europa.
- Tech-Startups in Amsterdam, Paris oder Tallinn.
Aber klär vorher drei Dinge:
- Erkennt deine Hochschule das Praktikum an?
- Gibt es eine Mindestdauer oder spezielle Inhalte?
- Wie läuft Versicherung, Visum und Vertrag?
Innerhalb der EU ist vieles einfacher, aber nicht automatisch problemlos.
Gehalt im Ausland ist sehr unterschiedlich. In Amsterdam können Praktikumsvergütungen bei €800 bis €1.500 liegen, in Dublin teils höher, in Spanien oft niedriger.
Wenn du Miete zahlen musst, rechne sauber.
Freiwilliges Praktikum nach dem Studium: Gute Idee oder red flag?#
Viele Absolventen fragen sich: „Sieht ein Praktikum nach dem Bachelor komisch aus?“
Nicht unbedingt.
Es kommt darauf an, warum du es machst.
Gute Gründe
- Du wechselst fachlich die Richtung.
- Du hast wenig Praxiserfahrung.
- Du willst in eine sehr gefragte Branche.
- Du möchtest vor dem Master Erfahrung sammeln.
- Du willst ein bestimmtes Unternehmen kennenlernen.
- Du brauchst ein Sprungbrett in eine Junior-Rolle.
Beispiel: Du hast Politikwissenschaft studiert und willst in People Analytics. Ein Praktikum bei Personio im People Team kann Sinn machen, wenn du danach gezielt auf Junior HR Analyst Rollen gehst.
Schlechte Gründe
- Du bewirbst dich wahllos.
- Du akzeptierst unbezahlte Vollzeit nach Abschluss.
- Du machst das dritte Praktikum ohne klaren Plan.
- Du vermeidest Bewerbungen auf Juniorstellen.
- Du nimmst Aufgaben an, die nichts mit deinem Ziel zu tun haben.
Wenn du nach dem Studium schon zwei oder drei relevante Praktika hast, bewirb dich lieber auf Junior Jobs.
Einstiegsgehälter 2026 in Deutschland, grob realistisch:
- Junior Marketing Manager: €36k bis €48k.
- Junior Data Analyst: €42k bis €58k.
- Junior Software Developer: €48k bis €65k.
- Junior HR Manager: €38k bis €50k.
- Junior Consultant: €45k bis €60k.
- Junior Product Manager: €45k bis €62k.
Wenn dir ein Unternehmen nach dem Master ein sechsmonatiges Praktikum für €1.200 anbietet, obwohl die Rolle eigentlich Junior-Niveau hat, solltest du kritisch sein.
Steuer und BAföG: Kurz, aber wichtig#
Dein Praktikumsgehalt kann Auswirkungen haben.
Steuer
Wenn du Geld verdienst, kann Lohnsteuer anfallen. Oft bekommst du sie über die Steuererklärung zurück, wenn dein Jahreseinkommen niedrig ist.
Mach dir spätestens nach dem Praktikum eine einfache Steuererklärung. Viele Studierende lassen hier Geld liegen.
BAföG
Praktikumsvergütung kann auf BAföG angerechnet werden. Besonders bei Pflichtpraktika gibt es spezielle Regeln, die sich von normalen Nebenjobs unterscheiden können.
Bitte klär das früh mit dem BAföG-Amt.
Wichtig ist:
- Wie viel verdienst du?
- Ist es Pflicht oder freiwillig?
- In welchem Zeitraum bekommst du das Geld?
- Musst du Nachweise einreichen?
Nicht erst nach drei Monaten fragen, wenn plötzlich eine Rückforderung kommt.
Kündigung: Kannst du einfach abbrechen?#
Manchmal passt es nicht. Schlechte Betreuung, falsche Aufgaben, toxisches Team, oder du merkst nach zwei Wochen, dass es gar nicht geht.
Beim Pflichtpraktikum
Hier ist Vorsicht angesagt. Wenn du abbrichst, kann es sein, dass die Hochschule das Praktikum nicht anerkennt.
Sprich zuerst mit:
- deiner Betreuung im Unternehmen,
- deiner Ansprechperson an der Hochschule,
- dem Praktikumsamt,
- deiner Krankenkasse, falls sich Status oder Versicherung ändern.
Wenn es wirklich nicht geht, such nach einer sauberen Lösung. Vielleicht kannst du wechseln und dir bereits absolvierte Wochen anrechnen lassen.
Beim freiwilligen Praktikum
Hier zählt vor allem dein Vertrag. Es gibt meist eine Kündigungsfrist.
Brich nicht einfach per WhatsApp ab, auch wenn der Stil hier locker ist. Schreib professionell, bleib sauber und sichere dir ein Zeugnis für die Zeit, die du da warst.
Zeugnis: Unterschätz das nicht#
Am Ende brauchst du ein Praktikumszeugnis. Nicht nur eine Teilnahmebestätigung.
Ein gutes Zeugnis beschreibt:
- Zeitraum.
- Abteilung.
- Aufgaben.
- Verhalten.
- Leistung.
- besondere Projekte.
- Tools.
- Abschlussformel.
Frag am besten zwei Wochen vor Ende danach.
Noch besser: Schick deiner Betreuung eine Stichpunktliste mit deinen Aufgaben und Ergebnissen. Das macht es leichter und erhöht die Chance, dass die wichtigen Punkte drinstehen.
Beispiel:
„Ich habe die CRM-Auswertung für 12 Kampagnen vorbereitet, Reportings in Power BI aktualisiert und bei der Segmentierung von B2B-Leads unterstützt.“
Das ist viel besser als:
„Hat im Marketing geholfen.“
Entscheidungshilfe: Was passt zu dir?#
Wenn du noch unsicher bist, geh diese Fragen durch.
Wähle eher Pflichtpraktikum, wenn...
- Deine Prüfungsordnung es verlangt.
- Du einen offiziellen Nachweis brauchst.
- Du sechs Monate in einem Unternehmen arbeiten willst.
- Du ein Praxissemester gut in dein Studium einbauen kannst.
- Du langfristig in diese Branche willst.
- Du vielleicht eine Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben möchtest.
Wähle eher freiwilliges Praktikum, wenn...
- Du testen willst, was zu dir passt.
- Du noch Zeit vor dem Abschluss hast.
- Du deine Chancen für Werkstudentenjobs verbessern willst.
- Du eine Lücke sinnvoll nutzen möchtest.
- Du besser bezahlt werden willst.
- Du einen Branchenwechsel vorbereitest.
- Du nach dem Abschluss gezielt Erfahrung nachholen willst.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest#
Hier kommt die ehrliche Liste.
- Du bewirbst dich zu spät.
- Du liest die Studienordnung nicht.
- Du klärst Mindestlohn nicht.
- Du unterschreibst ohne Urlaubstage zu prüfen.
- Du fragst die Krankenkasse erst nach Start.
- Du nimmst ein Praktikum ohne klare Aufgaben.
- Du machst ein freiwilliges Praktikum über 6 Monate für Mini-Geld.
- Du schreibst im Lebenslauf nur „Praktikant“.
- Du holst kein Zeugnis.
- Du machst Praktika ohne roten Faden.
Gerade Punkt 10 ist wichtig.
Ein Lebenslauf mit drei Praktika kann stark sein. Aber nur, wenn man versteht, wohin du willst.
Drei zufällige Praktika in PR, Einkauf und Eventmanagement wirken schnell wie Orientierungslosigkeit.
Besser ist ein klarer roter Faden:
- BWL Studium.
- Pflichtpraktikum im Controlling bei Siemens.
- Werkstudent Finance bei einem Startup.
- Master mit Schwerpunkt Corporate Finance.
- Bewerbung als Junior Financial Analyst für €48k bis €55k.
Das sieht logisch aus.
Fazit: Pflichtpraktikum und freiwilliges Praktikum sind beide gut, wenn du sie richtig nutzt#
Ein Pflichtpraktikum ist nicht schlechter, nur weil es vorgeschrieben ist. Es kann dein stärkster Karrierebaustein werden, wenn du die richtige Firma, gute Aufgaben und eine sinnvolle Dauer wählst.
Ein freiwilliges Praktikum ist nicht automatisch besser, nur weil du es selbst gewählt hast. Es muss zu deinem Ziel passen, fair bezahlt sein und dir echte Erfahrung bringen.
Für 2026 gilt: Sei nicht passiv. Frag nach Vergütung, Urlaub, Aufgaben, Betreuung, Vertrag, Zeugnis und Anerkennung durch die Hochschule.
Du bist nicht nervig, wenn du das klärst. Du bist professionell.
Wenn du dich jetzt auf Pflichtpraktika oder freiwillige Praktika bewirbst, sollte dein Lebenslauf sauber sitzen, besonders weil viele Firmen zuerst automatisch filtern. Teste deshalb kostenlos, ob dein CV durch Bewerbermanagement-Systeme kommt: Nutze den kostenlosen ATS-Checker von JobRise unter https://jobrise.io/de/free-ats-checker/.
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