Career Tips

Als Deutscher im UK arbeiten 2026: Nach dem Brexit

JobRise Team18 min read

162 Bewerbungen pro Zusage, Durchschnitt 2026.

Als Deutscher im UK arbeiten 2026: Nach dem Brexitjobrise.io

Advertisement

Du willst 2026 in UK arbeiten, aber nach drei Google-Suchen fühlt es sich an wie ein Bürokratie-Labyrinth mit Regenwetter. Visa, Sponsorship, Gehalt in Pfund, Steuern, Krankenversicherung, Lebenshaltungskosten in London, und irgendwo steht noch etwas von “Skilled Worker”. Wenn du gerade denkst: “Kann ich als Deutscher überhaupt noch einfach rüber?”, dann bist du genau richtig hier.

Die kurze Antwort: Ja, du kannst als Deutscher 2026 im Vereinigten Königreich arbeiten. Aber nicht mehr so locker wie vor dem Brexit.

Du brauchst meistens ein Visum, einen Arbeitgeber mit Sponsor-Lizenz und einen Job, der die Gehalts- und Qualifikationsregeln erfüllt. Klingt erstmal trocken, ist aber machbar, wenn du weißt, worauf Recruiter und Behörden achten.

In diesem Guide gehen wir Schritt für Schritt durch, wie du 2026 realistisch in UK landest, welche Jobs sich lohnen, welche Gehälter drin sind, wie du deine Bewerbung anpassen solltest und wo die größten Brexit-Fallen lauern.

Was hat sich nach dem Brexit für Deutsche wirklich geändert?#

Vor dem Brexit konntest du als deutscher EU-Bürger einfach nach London, Manchester oder Edinburgh ziehen, dir einen Job suchen und loslegen.

2026 ist das anders.

Seit dem Brexit gilt für Deutsche im UK grundsätzlich das gleiche Einwanderungssystem wie für viele andere Nicht-Briten. Das heißt: Du brauchst in den meisten Fällen ein Arbeitsvisum.

Die wichtigste Änderung ist also nicht, dass UK “geschlossen” ist. Die wichtigste Änderung ist: Dein Job muss vorab passen.

Das betrifft vor allem diese Punkte:

  1. Du brauchst in der Regel ein Jobangebot, bevor du ein Arbeitsvisum bekommst.
  2. Dein Arbeitgeber muss dich sponsern dürfen.
  3. Dein Job muss ein bestimmtes Qualifikationsniveau haben.
  4. Dein Gehalt muss bestimmte Schwellen erfüllen.
  5. Du musst Englischkenntnisse nachweisen.
  6. Du zahlst oft Gebühren für Visum und Gesundheitszuschlag.

Heißt praktisch: Spontan nach London fliegen, WG suchen, Barista-Job annehmen und später in Tech wechseln, das funktioniert für die meisten Deutschen nicht mehr so einfach.

Für qualifizierte Jobs sieht es aber deutlich besser aus.

Gerade in Tech, Finance, Engineering, Data, Healthcare, Consulting und bestimmten Senior-Rollen suchen britische Firmen weiterhin internationale Kandidaten. Auch Firmen wie Revolut, Wise, Amazon UK, Google London, Bloomberg, HSBC, Barclays, Deloitte oder Accenture stellen weiter aus Europa ein.

Wenn du schon Erfahrung bei deutschen Firmen wie SAP, Siemens, BMW, Personio, N26, Trade Republic oder Delivery Hero gesammelt hast, kann das sogar ein echter Pluspunkt sein. UK-Recruiter kennen viele dieser Namen.

Die wichtigste Visa-Route: Skilled Worker Visa#

Für die meisten Deutschen, die 2026 in UK arbeiten wollen, ist das Skilled Worker Visa der zentrale Weg.

Dafür brauchst du:

  1. Ein konkretes Jobangebot von einem britischen Arbeitgeber.
  2. Einen Arbeitgeber mit offizieller Sponsor-Lizenz.
  3. Einen Job, der auf dem passenden Qualifikationsniveau liegt.
  4. Ein Mindestgehalt, das zu deinem Jobcode passt.
  5. Einen Nachweis deiner Englischkenntnisse.
  6. Ausreichend Geld oder eine Bestätigung des Arbeitgebers, dass er dich unterstützt.

Das klingt nach viel, aber es ist ein Prozess mit klaren Schritten.

Wichtig ist: Nicht jede Firma in UK darf dich sponsern. Dein zukünftiger Arbeitgeber muss beim Home Office als Sponsor registriert sein. Große Firmen haben diese Lizenz fast immer. Bei kleineren Firmen musst du genauer hinschauen.

Typische Jobs, bei denen Sponsorship realistischer ist

Diese Profile haben 2026 bessere Chancen auf Sponsorship:

  1. Software Engineer
  2. Data Analyst oder Data Scientist
  3. Product Manager
  4. DevOps Engineer
  5. Cybersecurity Specialist
  6. Financial Analyst
  7. Risk Manager
  8. Mechanical Engineer
  9. Electrical Engineer
  10. Nurse oder Healthcare Professional
  11. Consultant
  12. Senior Sales Manager im B2B-Tech-Umfeld
  13. UX Researcher mit starker Erfahrung
  14. AI Engineer oder Machine Learning Engineer

Wenn du gerade in einem dieser Jobs arbeitest und 2 bis 5 Jahre Erfahrung hast, bist du nicht chancenlos.

Mit einem Junior-Profil wird es schwieriger. Nicht unmöglich, aber schwieriger. Arbeitgeber fragen sich dann: “Warum sollen wir Visa-Aufwand zahlen, wenn wir lokale Junior-Kandidaten finden?”

Deine Antwort muss im Lebenslauf stehen: Spezialwissen, messbare Ergebnisse, starke Tools, gute Branchenkenntnis.

Mindestgehalt: Was du 2026 ungefähr einplanen solltest#

Die UK-Visa-Regeln arbeiten mit Gehaltsschwellen. Diese ändern sich, und du solltest immer die offizielle GOV.UK-Seite prüfen, bevor du entscheidest.

Für deine Planung gilt aber: Sponsorship lohnt sich meistens erst ab einem soliden Gehalt.

Realistische UK-Gehälter 2026, grob geschätzt:

  1. Software Engineer in London: £55k bis £95k
  2. Senior Software Engineer in London: £85k bis £130k
  3. Data Analyst in London: £45k bis £70k
  4. Data Scientist in London: £60k bis £100k
  5. Product Manager in London: £65k bis £110k
  6. Finance Analyst in London: £45k bis £75k
  7. Consultant in London: £50k bis £90k
  8. Mechanical Engineer in Manchester: £38k bis £60k
  9. Cybersecurity Analyst in London: £55k bis £90k
  10. Marketing Manager in London: £45k bis £75k

Zum Vergleich in Euro, je nach Kurs:

  1. £55k sind ungefähr €64k
  2. £75k sind ungefähr €87k
  3. £95k sind ungefähr €110k
  4. £120k sind ungefähr €139k

Wenn du aus Deutschland kommst, klingt London oft nach dickem Gehalt. Aber Achtung: Die Miete frisst viel.

Ein Software Engineer, der bei SAP in Walldorf €75k verdient, kann in London mit £75k nominell gut dastehen. Nach Miete, Transport und Lebenshaltungskosten fühlt es sich aber nicht automatisch besser an.

Anders sieht es aus, wenn du in Finance, Big Tech oder Fintech landest. Bei N26 in Berlin oder Trade Republic hast du vielleicht €75k bis €100k als erfahrenes Tech-Profil. In London bei Revolut, Wise, Google, Meta, Amazon oder einem Hedge Fund können £100k bis £160k drin sein, also grob €116k bis €185k.

Das ist dann eine andere Rechnung.

London oder nicht London?#

Die meisten denken bei UK sofort an London.

Klar, London hat die meisten Jobs, die meisten internationalen Firmen, die höchsten Gehälter und die größte deutsche Community. Aber London ist brutal teuer.

Wenn du 2026 nach UK willst, solltest du auch diese Städte prüfen:

  1. Manchester
  2. Birmingham
  3. Edinburgh
  4. Glasgow
  5. Bristol
  6. Leeds
  7. Cambridge
  8. Oxford
  9. Reading
  10. Newcastle

London: Top für Karriere, hart fürs Konto

London ist stark für:

  1. Finance
  2. Fintech
  3. Tech
  4. Consulting
  5. Legal
  6. Media
  7. Startups
  8. AI und Data

Typische Mieten 2026 können so aussehen:

  1. WG-Zimmer Zone 2 bis 3: £900 bis £1.400 pro Monat
  2. Einzimmerwohnung zentral: £1.900 bis £2.800 pro Monat
  3. Einzimmerwohnung weiter draußen: £1.500 bis £2.100 pro Monat

Wenn du allein bist und £55k verdienst, wirst du überleben. Aber du wirst vermutlich keine Champagner-Existenz führen.

Mit £80k bis £100k wird London entspannter. Mit Partner oder WG noch mehr.

Manchester, Edinburgh, Bristol: Oft smarter als gedacht

Manchester ist stark für Tech, Media, Shared Services, Engineering und Consulting. Die Gehälter sind niedriger als in London, aber die Mieten auch.

Edinburgh ist stark für Finance, Asset Management, Tech und Versicherungen.

Bristol ist interessant für Engineering, Aerospace, Defence, Green Tech und Software.

Wenn du nicht zwingend jeden Donnerstag in Shoreditch sitzen musst, kann eine Stadt außerhalb Londons finanziell cleverer sein.

Advertisement

Welche deutschen Profile in UK besonders gut ankommen#

Du musst nicht “britisch” sein, um in UK zu überzeugen. Deutsche Berufserfahrung kann richtig stark wirken, wenn du sie sauber übersetzt.

UK-Arbeitgeber mögen oft:

  1. Strukturierte Arbeitsweise
  2. Verlässlichkeit
  3. Technische Tiefe
  4. Erfahrung mit komplexen Organisationen
  5. Gute Dokumentation
  6. Stakeholder-Management
  7. Mehrsprachigkeit
  8. EU-Marktverständnis

Wenn du zum Beispiel bei Siemens an Industrieprojekten gearbeitet hast, ist das für Engineering-Rollen in UK relevant.

Wenn du bei BMW in Supply Chain, Einkauf oder Produktionsplanung warst, kann das für Automotive, Manufacturing und Consulting spannend sein.

Wenn du bei SAP mit Enterprise-Kunden gearbeitet hast, ist das für SaaS-Sales, Customer Success, Presales und Solution Consulting stark.

Wenn du bei Personio, N26, Trade Republic oder Delivery Hero warst, spricht das für Startup-Tempo, Produktnähe und digitale Prozesse.

Wichtig: Schreib nicht nur deutsche Jobtitel in deinen CV.

Aus “Sachbearbeiter” wird je nach Rolle vielleicht “Operations Specialist”.

Aus “Referent” wird vielleicht “Manager”, “Specialist” oder “Advisor”.

Aus “Werkstudent” wird “Working Student” oder besser “Part-time Analyst”, wenn die Aufgaben passen.

Dein UK-CV: Anders als der deutsche Lebenslauf#

Der britische CV ist meist direkter als der deutsche Lebenslauf.

Was du weglassen solltest:

  1. Foto
  2. Geburtsdatum
  3. Familienstand
  4. Nationalität, außer sie ist für Arbeitserlaubnis relevant
  5. Religionszugehörigkeit
  6. Lange Hobby-Abschnitte
  7. Zeugnisse als Anhang, außer verlangt

Was rein sollte:

  1. Name und Kontaktdaten
  2. LinkedIn-Profil
  3. Optional: Standort oder Umzugsbereitschaft
  4. Kurzes Professional Summary
  5. Berufserfahrung mit Bullet Points
  6. Erfolge mit Zahlen
  7. Skills und Tools
  8. Ausbildung
  9. Zertifikate
  10. Sprachen

Dein CV sollte meistens 1 bis 2 Seiten haben. Für sehr erfahrene Profile gehen auch 3 Seiten, aber nur wenn wirklich Substanz drin ist.

Beispiel für einen starken Bullet Point

Schwach:

“Responsible for reporting and stakeholder communication.”

Besser:

“Built monthly revenue reporting for 12 European markets, reducing manual Excel work by 35% and enabling faster board-level decisions.”

Warum ist das besser?

Weil es zeigt:

  1. Was du gemacht hast.
  2. Für wen oder in welchem Umfang.
  3. Was das Ergebnis war.
  4. Welche Wirkung es hatte.

UK-Recruiter scannen extrem schnell. Du hast oft 6 bis 10 Sekunden für den ersten Eindruck.

Mach ihnen das Leben leicht.

Cover Letter: Brauchst du den noch?#

In UK ist der Cover Letter nicht tot, aber er ist auch nicht immer entscheidend.

Bei vielen Online-Bewerbungen wird er optional sein. Wenn du dich auf eine Rolle bewirbst, bei der Sponsorship nötig ist, kann ein kurzer, klarer Cover Letter helfen.

Nicht als Roman. Eher als fokussierte Nachricht.

Gute Struktur:

  1. Warum genau diese Firma?
  2. Warum genau diese Rolle?
  3. Was bringst du konkret mit?
  4. Wie sieht dein Visa-Status aus?
  5. Wann könntest du starten?

Beispiel:

“Dear Hiring Team, I am a Berlin-based Product Manager with 5 years of experience in fintech and B2B SaaS, including work with regulated payment products at N26. I am now looking to relocate to the UK and would require Skilled Worker sponsorship. Your role stood out because of its focus on customer onboarding and compliance-driven product growth. In my current role, I led a KYC improvement project that reduced onboarding drop-off by 18%. I would be excited to bring this experience to your team.”

Das ist klar, ehrlich und relevant.

Solltest du Sponsorship direkt erwähnen?#

Ja, aber smart.

Viele Kandidaten versuchen, das Thema Visa zu verstecken. Das funktioniert selten. Spätestens im Bewerbungsformular kommt die Frage:

“Do you have the right to work in the UK?”

Wenn du kein britisches Arbeitsrecht hast, solltest du nicht “yes” klicken.

Besser ist:

  1. In Formularen ehrlich antworten.
  2. Im CV optional schreiben: “Open to relocate to the UK, Skilled Worker sponsorship required.”
  3. Im Anschreiben kurz und professionell erwähnen.
  4. Im ersten Recruiter-Gespräch nicht drumherum reden.

Du willst keine Zeit mit Firmen verlieren, die niemals sponsern.

Gleichzeitig solltest du Sponsorship nicht als Entschuldigung präsentieren. Nicht: “Ich weiß, es ist kompliziert, aber vielleicht könnten Sie…”

Besser: “I would require Skilled Worker sponsorship and am fully prepared to support the process with all required documentation.”

Klingt viel stärker.

Wo findest du UK-Jobs mit Visa-Sponsorship?#

Du musst gezielt suchen. Einfach “jobs London” eingeben bringt dir viele Treffer, aber auch viel Müll.

Gute Quellen:

  1. LinkedIn Jobs
  2. Otta, inzwischen Teil von Welcome to the Jungle
  3. Wellfound für Startups
  4. Indeed UK
  5. Glassdoor
  6. Firmenkarriereseiten
  7. GOV.UK Sponsor Licence Register
  8. Tech Nation Community und ähnliche Netzwerke
  9. Recruiter, die auf internationale Kandidaten spezialisiert sind
  10. Deutsche Business-Netzwerke in UK

Suchbegriffe, die helfen

Probiere Kombinationen wie:

  1. “Skilled Worker sponsorship software engineer”
  2. “visa sponsorship data analyst London”
  3. “UK sponsorship product manager”
  4. “Tier 2 sponsorship finance analyst”, auch wenn der Begriff alt ist
  5. “relocation support London”
  6. “sponsorship available machine learning engineer”
  7. “German speaking account executive London”
  8. “DACH sales manager UK”

Der Begriff “Tier 2” ist offiziell alt, aber viele Firmen und Recruiter verwenden ihn noch. Such ihn ruhig mit.

Deutsch als Vorteil nutzen

Deutschsprachige Rollen können ein guter Einstieg sein.

Typische Jobs:

  1. DACH Account Executive
  2. German-speaking Customer Success Manager
  3. German Market Analyst
  4. German-speaking Business Development Representative
  5. DACH Partnerships Manager
  6. German-speaking Support Specialist
  7. DACH Marketing Manager

Gehälter können stark schwanken:

  1. BDR in London: £35k bis £50k plus Provision
  2. Account Executive DACH: £60k bis £100k OTE
  3. Customer Success Manager DACH: £45k bis £75k
  4. Senior DACH Sales: £90k bis £150k OTE

OTE heißt “On Target Earnings”, also Fixgehalt plus erwartete Provision. Lies genau, wie viel davon garantiert ist.

Bewerbungsstrategie: Nicht 200 Bewerbungen, sondern 40 gute#

Viele machen den Fehler: Sie schicken denselben CV an 200 Firmen.

Das fühlt sich produktiv an. Ist es meistens nicht.

Für UK mit Visa-Thema brauchst du eine bessere Strategie.

Mach lieber:

  1. 30 bis 50 Zielunternehmen.
  2. Prüfe, ob sie Sponsor-Lizenz haben.
  3. Passe deinen CV pro Rollentyp an.
  4. Schreibe Recruiter direkt auf LinkedIn an.
  5. Suche nach Hiring Managern.
  6. Nutze Alumni und Ex-Kollegen.
  7. Bewirb dich früh, nicht am letzten Tag.
  8. Tracke alles in einer Tabelle.

Deine Tabelle sollte enthalten:

  1. Firma
  2. Rolle
  3. Standort
  4. Sponsor-Lizenz ja oder nein
  5. Bewerbung eingereicht
  6. Kontaktperson
  7. Follow-up Datum
  8. Status
  9. Feedback
  10. Gehaltsspanne

Das klingt spießig. Funktioniert aber.

Vor allem, weil du nach 3 Wochen erkennst, welche Rollen reagieren und welche nicht.

Advertisement

Interview in UK: Was anders läuft#

UK-Interviews sind oft etwas weniger formal als deutsche Gespräche, aber nicht weniger anspruchsvoll.

Typische Runden:

  1. Recruiter-Screening
  2. Hiring Manager Interview
  3. Fachliche Aufgabe oder Case Study
  4. Panel Interview
  5. Culture oder Values Interview
  6. Final Interview

In Tech kommen Coding Interviews oder System Design dazu. In Product oft Product Sense, Metrics und Case Studies. In Consulting klassische Cases. In Finance technische Fragen zu Accounting, Valuation, Risk oder Markets.

Die STAR-Methode ist Pflicht

Viele UK-Firmen erwarten strukturierte Antworten.

STAR heißt:

  1. Situation
  2. Task
  3. Action
  4. Result

Beispiel-Frage:

“Tell me about a time you influenced stakeholders without authority.”

Schwache Antwort:

“I usually communicate clearly and try to align everyone.”

Starke Antwort:

“In my role at a German SaaS company, the sales and product teams disagreed on prioritising a reporting feature. My task was to align both sides before the quarterly planning deadline. I interviewed 8 sales reps, analysed customer churn notes and built a simple impact model. As a result, we prioritised a smaller MVP that shipped in 6 weeks and helped close €420k in expansion revenue.”

Das verkauft dich viel besser.

Steuern, National Insurance und NHS#

Wenn du in UK arbeitest, zahlst du UK-Steuern und National Insurance.

Das System ist anders als in Deutschland. Es gibt keinen identischen Solidaritätszuschlag, keine deutsche gesetzliche Krankenversicherung über deinen deutschen Arbeitgeber und andere Rentenlogik.

Wichtige Punkte:

  1. Einkommensteuer hängt von deinem Gehalt ab.
  2. National Insurance kommt zusätzlich dazu.
  3. Du zahlst bei vielen Visa den Immigration Health Surcharge.
  4. Dadurch bekommst du Zugang zum NHS.
  5. Private Krankenversicherung kann zusätzlich über den Arbeitgeber kommen.
  6. Deine deutsche Steuerpflicht kann relevant bleiben, wenn du Wohnsitz oder Einkünfte in Deutschland behältst.

Ganz wichtig: Wenn du Vermögen, Immobilien, Freelancer-Einkommen oder komplizierte Wohnsitzfragen hast, sprich mit einem Steuerberater, der Deutschland und UK kennt.

Gerade im ersten Jahr kann es sonst nervig werden.

Was ist mit Remote Work für UK-Firmen aus Deutschland?#

Viele fragen: “Kann ich nicht einfach für eine UK-Firma remote aus Deutschland arbeiten?”

Manchmal ja, aber es ist komplizierter als es klingt.

Wenn du dauerhaft in Deutschland wohnst und für eine UK-Firma arbeitest, braucht die Firma oft eine saubere Payroll-Lösung in Deutschland. Zum Beispiel über eine deutsche Niederlassung oder Employer of Record.

Optionen:

  1. UK-Firma hat deutsche GmbH.
  2. UK-Firma nutzt Employer of Record.
  3. Du arbeitest als Freelancer, wenn rechtlich passend.
  4. Du ziehst wirklich nach UK und wirst dort angestellt.

Achtung bei Scheinselbstständigkeit, Sozialversicherung und Steuer. “Wir zahlen dich einfach als Contractor” ist nicht automatisch sauber.

Wenn du bei einer Firma wie Personio, SAP, Siemens oder Delivery Hero arbeitest und nach UK wechseln willst, kann ein interner Transfer manchmal leichter sein als eine externe Bewerbung. Große Firmen haben HR-Teams, die solche Fälle kennen.

Familie, Partner, Kinder: Was du vorher prüfen solltest#

Wenn du nicht allein gehst, wird das Thema größer.

Prüfe früh:

  1. Darf dein Partner mitkommen?
  2. Darf dein Partner arbeiten?
  3. Welche Visa-Regeln gelten für Kinder?
  4. Was kosten Kitas oder Schulen?
  5. Wo wollt ihr wohnen?
  6. Wie lange ist dein Visum gültig?
  7. Was passiert bei Jobverlust?
  8. Wie schnell findet dein Partner einen Job?

Kinderbetreuung in UK kann teuer sein. In London können Kita-Kosten schnell sehr hoch werden. Das kann selbst bei £80k Gehalt wehtun.

Auch wichtig: Wenn dein Visum an deinen Arbeitgeber gebunden ist, hängt viel an diesem Job. Bei Kündigung musst du schnell handeln und oft einen neuen Sponsor finden.

Das solltest du finanziell einplanen.

Lebenshaltungskosten: Die ehrliche Rechnung#

Bevor du ein Angebot annimmst, rechne nicht nur brutto.

Mach eine Monatsrechnung.

Beispiel London, Single, £70k Gehalt:

  1. Netto grob: etwa £4.000 bis £4.300 monatlich, abhängig von Details
  2. WG oder kleines Studio: £1.200 bis £2.000
  3. Council Tax und Bills: £150 bis £300
  4. Transport: £150 bis £250
  5. Essen: £300 bis £500
  6. Handy, Internet, Abos: £50 bis £120
  7. Ausgehen: £200 bis £600
  8. Rücklagen: variabel

Du siehst: £70k ist gut, aber London kann es schnell aufsaugen.

In Manchester mit £55k kann sich dein Leben entspannter anfühlen als in London mit £70k.

Vergleiche also nicht nur Gehalt. Vergleiche Lebensqualität.

Die größten Fehler deutscher Bewerber nach dem Brexit#

Hier kommt die Liste, die dir Zeit spart.

1. Du bewirbst dich bei Firmen ohne Sponsor-Lizenz

Wenn eine Firma nicht sponsern darf, bringt die beste Bewerbung wenig.

Erst prüfen, dann Energie investieren.

2. Du verwendest einen deutschen Lebenslauf

Foto, Geburtsdatum, Familienstand und Zeugnisliste wirken in UK fehl am Platz.

Mach einen echten UK-CV.

3. Du übersetzt Jobtitel falsch

“Referent” als “Referent” ergibt auf Englisch keinen Sinn.

Passe Titel an den Markt an, ohne zu lügen.

4. Du bist zu unklar beim Visa-Status

Sag ehrlich, dass du Sponsorship brauchst.

Recruiter mögen Klarheit.

5. Du unterschätzt London-Kosten

Ein gutes Angebot kann sich nach Miete mittelmäßig anfühlen.

Rechne sauber.

6. Du erklärst deine Erfolge nicht mit Zahlen

“Worked on process improvements” ist schwach.

“Reduced invoice processing time by 28%” ist stark.

7. Du bewirbst dich zu breit

“Alles in UK” ist keine Strategie.

Besser: 2 Rollentypen, 3 Städte, 40 passende Firmen.

Mini-Plan: So gehst du die nächsten 30 Tage vor#

Wenn du wirklich 2026 nach UK willst, mach es konkret.

Woche 1: Klarheit schaffen

  1. Definiere deine Zielrollen.
  2. Entscheide London oder Alternativen.
  3. Prüfe Gehaltsspannen.
  4. Lies die aktuellen Skilled Worker Regeln auf GOV.UK.
  5. Erstelle eine Liste mit 50 Zielunternehmen.

Woche 2: CV und LinkedIn umbauen

  1. UK-CV ohne Foto erstellen.
  2. Bullet Points mit Zahlen schreiben.
  3. LinkedIn auf Englisch aktualisieren.
  4. Headline klar machen.
  5. Visa-Status professionell formulieren.
  6. Recruiter-relevante Keywords einbauen.

Woche 3: Bewerben und Kontakte aktivieren

  1. 10 bis 15 hochwertige Bewerbungen senden.
  2. Recruiter anschreiben.
  3. Ex-Kollegen in UK kontaktieren.
  4. Alumni suchen.
  5. Follow-ups planen.

Woche 4: Interviews vorbereiten

  1. STAR-Beispiele schreiben.
  2. Gehaltswunsch in Pfund festlegen.
  3. Visa-Antwort üben.
  4. Case Studies trainieren.
  5. Fragen an Arbeitgeber vorbereiten.
  6. Lebenshaltungskosten mit Angeboten vergleichen.

Gute Fragen an den Arbeitgeber#

Stell im Interview nicht nur nette Fragen. Stell Fragen, die dir später Ärger sparen.

Zum Beispiel:

  1. “Does the company currently sponsor Skilled Worker visas?”
  2. “Have you sponsored candidates for similar roles before?”
  3. “Is relocation support available?”
  4. “What is the expected office presence per week?”
  5. “What is the salary range for this role?”
  6. “Are visa fees or health surcharge covered by the company?”
  7. “What happens if the visa process takes longer than expected?”
  8. “Is there support for opening a bank account or finding housing?”

Wenn ein Arbeitgeber bei Visa-Fragen ausweicht, sei vorsichtig.

Fazit: UK ist nicht mehr easy, aber weiter attraktiv#

Als Deutscher im UK arbeiten ist 2026 definitiv möglich. Der Brexit hat die Tür nicht geschlossen, aber er hat einen Türsteher davor gestellt.

Du brauchst ein gutes Profil, einen Sponsor, einen passenden Job und einen CV, der im britischen Markt funktioniert.

Wenn du in Tech, Finance, Data, Engineering, Consulting oder DACH-Sales unterwegs bist, stehen deine Chancen ordentlich. Vor allem, wenn du Erfahrung bei bekannten Firmen wie SAP, BMW, Siemens, N26, Trade Republic, Personio oder Delivery Hero mitbringst und deine Ergebnisse sauber zeigst.

Der wichtigste Punkt: Behandle UK nicht wie eine normale Bewerbung innerhalb der EU. Behandle es wie ein internationales Projekt.

Mit guter Vorbereitung, klarem Visa-Status und einem starken UK-CV kannst du 2026 sehr realistische Chancen haben.

Wenn du willst, dass dein Lebenslauf nicht schon am ATS-System oder am ersten Recruiter-Scan scheitert, prüf ihn jetzt kostenlos mit dem JobRise ATS Checker: https://jobrise.io/de/free-ats-checker/

Advertisement

Advertisement

Schick das der Person, die diese Woche das Interview hat.

Advertisement

Advertisement