AZ-900 Lohnt sich das 2026?

Career TipsJobRise Team6 min read

Du überlegst, den AZ-900 zu machen, und willst wissen, ob sich Zeit und Geld 2026 noch auszahlen. Die kurze Antwort: Es hängt davon ab, wo du stehst. Für jemanden mit drei Jahren Cloud-Betrieb ändert der AZ-900 fast nichts. Für jemanden, der gerade erst anfangen will, kann er die Tür aufstoßen.

Ich schreibe dir hier auf, was die Prüfung wirklich kostet, was sie Arbeitgebern signalisiert, und bei welchen Berufen sie hilft. Ohne Schönfärberei.

Was der AZ-900 tatsächlich ist#

Der AZ-900 heißt offiziell Microsoft Azure Fundamentals. Er prüft Grundwissen: Cloud-Grundbegriffe, Azure-Dienste auf hoher Ebene, Sicherheit, Governance, Support. Keine Konfiguration, keine Architektur, keine Fehleranalyse.

Microsoft positioniert ihn ausdrücklich als Einstiegszertifizierung. Wer schon weiß, was ein VNet oder eine App Service ist, wird die Prüfung als leicht empfinden. Genau das ist der Punkt, den viele falsch einschätzen.

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Was er kostet#

Die Prüfungsgebühr liegt bei 99 US-Dollar. In Europa zahlst du meist um die 100 bis 120 Euro, je nach Land und Wechselkurs. Microsoft ändert diese Preise gelegentlich, also prüfe vor der Anmeldung die offizielle Preisliste bei Microsoft Learn.

Dazu kommt Zeit. Für jemanden ohne Azure-Erfahrung sind realistisch 20 bis 40 Stunden Vorbereitung. Wer technisch schon unterwegs ist, kommt mit 10 bis 15 Stunden durch. Kostenlose Materialien von Microsoft Learn reichen aus, ein Kurs für 20 bis 50 Euro ist optional.

Fehlversuch kostet dich nochmal die Prüfungsgebühr. Nach zwei nicht bestandenen Versuchen musst du 24 Stunden warten, danach 14 Tage. Das ist selten ein Thema, aber besser wissen.

Was er Arbeitgebern wirklich signalisiert#

Ehrliche Antwort: Der AZ-900 ist ein Basiskennzeichen, kein Qualitätsnachweis. Er sagt dem Recruiter, dass du die Begriffe kennst und dich mit dem Thema beschäftigt hast. Mehr nicht.

Trotzdem hat er einen Nutzen. Viele Bewerbungsfilter und Stellenanzeigen listen Azure-Kenntnisse als Anforderung. Ein Zertifikat hilft dir, diese Filter zu passieren. Es ist ein Türöffner, kein Jobgarant.

Bei Beratungshäusern und Managed Service Providern sieht es anders aus. Dort zählen Partnerstatus und zertifizierte Mitarbeiter, weil Microsoft das für Partnerprogramme verlangt. Für solche Firmen hat dein AZ-900 einen direkten betrieblichen Wert.

Rollen, in denen er sich lohnt#

  • Quereinstieg in IT, Cloud-Support oder technischen Vertrieb
  • Bewerbung als Junior Cloud Engineer, wenn du noch kein Projekt vorweisen kannst
  • Technischer Vertrieb, Pre-Sales oder Customer Success bei Azure-partnern
  • Projektmanagement oder IT-Management ohne technische Vorerfahrung
  • Bewerbungen bei Microsoft-Partnern, die Zertifikate für ihre Partnerstufe brauchen
  • Öffentlicher Dienst oder Konzerne, in denen Zertifikate in Ausschreibungen genannt werden

Rollen, in denen Erfahrung gewinnt#

Bist du schon DevOps Engineer, Site Reliability Engineer oder Cloud Architect, bringt dir der AZ-900 fast nichts. Er ist zu niedrig angesetzt, um deine Expertise zu belegen. Geh direkt zum AZ-104, AZ-305 oder zu den Zertifizierungen deines Schwerpunkts.

Auch bei Entwicklerstellen, die Azure nur als Plattform nutzen, zählt dein Code mehr als ein Grundlagen-Zertifikat. Zeig ein Projekt auf GitHub, das ist aussagekräftiger.

Die Erfolgsquote ist nicht das Problem#

Microsoft veröffentlicht keine offiziellen Bestehensquoten für den AZ-900. Die Zahlen, die im Netz kursieren, sind Schätzungen. Wer sie als Fakt verkauft, hat die Quelle nicht.

Was man sagen kann: Die Prüfung hat rund 40 bis 60 Fragen, 45 bis 60 Minuten Zeit, und benötigt 700 von 1000 Punkten. Multiple Choice, Drag-and-Drop, Zuordnung. Kein Lab. Wer die Lernpfade von Microsoft Learn durchgearbeitet hat, besteht in der Regel.

Ein Beispiel aus der Bewerbung#

Stell dir vor, du hast gerade den AZ-900 gemacht und bewirbst dich auf eine Junior-Stelle. Im Lebenslauf steht oft sowas:

Vorher: "Grundkenntnisse in Microsoft Azure erworben."

Nachher: "Microsoft Azure Fundamentals (AZ-900) bestanden, Mai 2026. Eigenes Lab mit Azure Free Account aufgebaut: Resource Groups, Storage Accounts, virtuelle Maschinen und RBAC konfiguriert und dokumentiert."

Der zweite Satz zeigt, dass du nicht nur gelernt, sondern gemacht hast. Genau das überzeugt im Gespräch. Der AZ-900 ist dann der Beleg, das Lab die Substanz.

So planst du die Vorbereitung#

  • Prüfungsziele direkt bei Microsoft Learn herunterladen und gegen dein Wissen abgleichen
  • Die offiziellen Lernpfade durcharbeiten, sie sind kostenlos und decken die Prüfung ab
  • Einen Azure Free Account anlegen und mindestens zehn Dienste einmal anklicken
  • Mindestens zwei offizielle Prüfungssimulationen machen, damit du das Format kennst
  • Zwei bis drei Wochen Blockzeit einplanen, lieber täglich eine Stunde als ein Wochenendmarathon
  • Termin erst buchen, wenn die Simulationen stabil bei über 80 Prozent liegen

Was der AZ-900 2026 nicht mehr ist#

Cloud-Zertifikate sind kein frisches Signal mehr. 2020 war der AZ-900 ein Alleinstellungsmerkmal, heute hat ihn eine große Zahl von Bewerbern. Das senkt den Signalwert, macht ihn aber nicht wertlos.

Er bleibt die günstigste Art, deine Azure-Basis zu belegen. Für den nächsten Schritt, den AZ-104 oder eine Rolorate, ist er ein guter Ausgangspunkt. Schau dir dafür auch unsere Übersicht zu aktuellen Azure-Stellen an, um zu sehen, welche Zertifikate in den Anforderungen wirklich genannt werden.

Fazit nach Karrierestand#

Für Berufseinsteiger, Quereinsteiger und alle, die in eine kunden- oder partnerfacing-Rolle wechseln: Ja, der AZ-900 lohnt sich. Die Kosten sind überschaubar, der Aufwand kalkulierbar, und er hilft beim ersten Filter.

Für erfahrene Techniker: Nein, geh direkt eine Stufe höher. Deine Zeit ist besser in den AZ-104 oder ein konkretes Projekt investiert.

Für alle dazwischen: Mach ihn nur, wenn er in einer konkreten Stellenanforderung steht oder dein Arbeitgeber ihn verlangt. Sonst ist die Zeit woanders besser aufgehoben. Nutze unsere Übersicht der kostenlosen Karriere-Tools, wenn du dir unsicher bist, wie du deine Erfahrung am besten darstellst.

Kostenlose Tools#

Häufige Fragen#

Wie lange brauche ich für den AZ-900?

Ohne Vorerfahrung rechne mit 20 bis 40 Stunden. Mit technischem Hintergrund sind 10 bis 15 Stunden realistisch. Zwei bis drei Wochen mit einer Stunde pro Tag sind ein guter Rahmen.

Was kostet der AZ-900 in Deutschland?

Die Prüfung liegt bei rund 100 bis 120 Euro, je nach Wechselkurs. Offizielle Lernmaterialien sind kostenlos. Checke vor der Anmeldung die aktuellen Preise direkt bei Microsoft.

Reicht der AZ-900 für einen Job?

Für sich genommen nicht. Er hilft dir, Bewerbungsfilter zu bestehen und zeigt Grundkenntnisse. Kombiniere ihn mit einem kleinen Praxisprojekt, dann wird er wirksam.

Was ist der Unterschied zum AZ-104?

Der AZ-900 ist reines Grundlagenwissen, der AZ-104 prüft die praktische Administration von Azure-Ressourcen. Wenn du bereits im Betrieb arbeitest, überspringe den AZ-900 und geh direkt zum AZ-104.

Läuft der AZ-900 ab?

Neine, die Azure Fundamentals Zertifizierung hat kein Ablaufdatum. Azure entwickelt sich aber weiter, die Prüfungsziele werden regelmäßig angepasst. Wer später höhere Zertifikate macht, muss diese alle ein bis zwei Jahre erneuern.

Schick das der Person, die diese Woche das Interview hat.