CEH Lohnt sich das 2026?

Career TipsJobRise Team6 min read

Du überlegst, den CEH zu machen, und willst vorher wissen, ob sich Zeit und Geld auszahlen. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wo du gerade stehst, und die meisten Anbieterseiten sagen dir das nicht.

Der CEH ist ein Multiple-Choice-Test mit 125 Fragen in vier Stunden. Kein Pentest, kein Lab, kein Report. Genau das ist der Kern des Problems, und gleichzeitig der Grund, warum er für manche trotzdem funktioniert.

Was der CEH kostet#

Die EC-Council-Preise ändern sich regelmäßig, plane grob mit 1.000 bis 1.200 Euro für die Prüfung allein. Dazu kommen Trainingspakete, die oft nochmal 1.000 bis 3.000 Euro kosten, wenn du über einen autorisierten Partner buchst. Selbststudium mit Büchern und Udemy-Kursen ist billiger, da landest du bei 100 bis 300 Euro Material.

Zeit ist der größere Posten. Realistisch sind drei bis fünf Monate Vorbereitung bei zehn Stunden pro Woche. Ohne Vorerfahrung in Netzwerken und Betriebssystemen werden daraus schnell sechs Monate oder ein Abbruch.

Rechne noch mit jährlichen Rezertifizierungskosten und dem Zwang, Weiterbildungspunkte zu sammeln. Das ist kein riesiger Betrag, aber es ist eine laufende Verpflichtung, die dir vorher niemand erklärt.

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Was Arbeitgeber wirklich daraus lesen#

Recruiter sehen "CEH" und denken: Grundlagen in Hacking-Tools, Sicherheitskonzepte, Terminologie. Das reicht oft, um aus dem Stapel in den Interviewstapel zu wandern. Gerade bei Konzernen, Banken, Behörden und Beratungen, die Zertifikate in Ausschreibungen verlangen, ist der CEH ein Häkchen.

Technische Hiring Manager sehen etwas anderes: Multiple Choice ohne praktischen Nachweis. Wer selbst pentestet, weiß, dass Toolkenntnisse auswendig lernen nichts darüber aussagt, ob jemand einen Weg in ein Netzwerk findet. In reinen Red-Team- und Pentest-Teams wiegt der CEH wenig.

Der sweet spot ist also klar: Der CEH ist ein Türöffner für Rollen, in denen Sicherheit ein Thema unter mehreren ist, nicht der ganze Job.

Wo der CEH hilft#

Diese Rollen profitieren am meisten:

  • Security Analyst in einem SOC, Level 1 oder 2
  • IT-Auditor oder Compliance-Beauftragte Person, die technisch mitreden muss
  • Security Consultant bei Systemhäusern, die CEH in Kundenverträgen stehen haben
  • IT-Admin oder Netzwerkadmin, der sich Richtung Security wechseln will
  • Government- und Verteidigungsnaher Bereich, in dem CEH oft Voraussetzung ist

In diesen Jobs geht es um Erkennen, Einordnen, Kommunizieren. Genau das prüft der CEH, auch wenn er es etwas zu breit tut.

Wo Erfahrung gewinnt#

Bei echten Offensive-Security-Jobs zählen Projekte, nicht Zertifikate. Ein Pentest-Teamleiter will sehen, ob du einen Report schreiben kannst, ob du mit Kunden sprichst, ob du deine Findings sauber belegst. Das lernst du nicht für Multiple Choice.

Gleiches gilt für Malware-Analysten, Reverse Engineers und Red-Teamer mit Spezialisierung. Dort sind praktische Zertifikate oder eigene Publikationen das, was zählt. Ein CEH im Lebenslauf schadet dort nicht, er bringt nur nichts.

Wie schwer ist die Prüfung wirklich#

Die Fragen sind breit, aber selten tief. Viele sind reines Wissen abfragen: Was macht dieses Tool, welcher Port gehört zu welchem Protokoll, wie heißt diese Attacke. Wer gut auswendig lernt, kommt durch.

Die Grenze liegt bei Leuten ohne Praxis. Wenn du noch nie mit Nmap, Wireshark oder Burp gearbeitet hast, wirst du Begriffe kennen, aber nicht verstehen. Dann wird Lernen zur Frustration, und im Interview fällst du trotzdem durch.

Ein konkretes Beispiel für die Art Wissen, die verlangt wird: Du musst nicht erklären können, wie du einen Buffer Overflow schreibst, aber wissen, was ASLR macht und warum es die Ausnutzung erschwert. Das ist Breite, nicht Tiefe.

Ein typischer Weg zum CEH#

Hier ist ein realistischer Plan, den viele erfolgreich gehen:

  • Monat 1: Netzwerkgrundlagen auffrischen, TCP/IP, Routing, DNS. Ohne das wird der Rest dünn.
  • Monat 2: Betriebssysteme und Active Directory verstehen, PowerShell und Bash Basics.
  • Monat 3: Tools durchgehen, Nmap, Metasploit, Wireshark, John, Burp. In einer eigenen VM-Umgebung.
  • Monat 4: Prüfungssimulation, Schwachstellenklassen und Gegenmaßnahmen wiederholen.
  • Monat 5: Prüfung buchen und ablegen.

Wenn du bei Monat 1 merkst, dass dir die Grundlagen fehlen, verschieb den Termin. Das Geld ist weg, wenn du durchfällst.

Was ich stattdessen prüfen würde#

Bevor du 1.500 Euro ausgibst, klär zwei Dinge. Erstens: Steht CEH wirklich in der Stellenanzeige, die du anvisierst? Schau dir konkrete Ausschreibungen an, unsere Job-Suche zeigt dir, was in deiner Region verlangt wird. Zweitens: Kannst du die Anforderungen der Ausschreibung überhaupt schon grob abdecken? Ein kostenloser Blick auf die Anforderungen hilft dir, Lücken zu sehen, bevor du Geld investierst.

Danach lohnt ein ATS-Check deines aktuellen Lebenslaufs, um zu sehen, ob dein Profil überhaupt durch die Vorauswahl kommt. Das dauert fünf Minuten und spart dir eine enttäuschende Bewerbungsrunde. Wenn du später mehr zu Zertifikaten und Security-Karriere lesen willst, findest du auf unserem Blog weitere Beiträge.

Fazit nach Karrierestufe#

Für Berufseinsteiger mit wenig Praxis: Nein, zuerst Grundlagen und Praxis, dann Zertifikat. Sonst zahlst du für ein Stück Papier, das dich in Interviews nicht rettet.

Für Quereinsteiger mit Admin-Erfahrung: Ja, unter der Bedingung, dass die Zielbranche CEH kennt. Der Zertifikatsname öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben.

Für erfahrene Security-Leute: Nein. Geh direkt zu OSWE, OSCP oder einem spezialisierten Zertifikat, das zu deiner Nische passt. Der CEH wäre ein Schritt zurück.

Für Behörden und Beratungen mit CEH-Pflicht: Ja, weil du sonst gar nicht in die Auswahl kommst. Hier ist der CEH eine Eintrittskarte, kein Qualitätsnachweis.

Kostenlose Tools#

Häufige Fragen#

Was kostet der CEH 2026 insgesamt?

Plane mit 1.000 bis 1.200 Euro für die Prüfung, plus Trainingskosten und Rezertifizierung. Die genauen Preise ändern sich, prüfe die aktuelle Angabe direkt beim EC-Council oder einem autorisierten Partner.

Wie lange brauche ich für die Vorbereitung?

Bei zehn Stunden pro Woche sind drei bis fünf Monate realistisch, wenn du IT-Grundlagen mitbringst. Ohne diese Grundlagen solltest du sechs Monate oder mehr einplanen.

Ist der CEH schwerer als der CompTIA Security+?

Ja, inhaltlich ist er breiter und technischer, verlangt aber ebenfalls überwiegend Wissen statt Praxis. Wer den Security+ gut bestanden hat, schafft den CEH mit mehr Aufwand für Tools und Angriffstechniken.

Ersetzt der CEH praktische Erfahrung?

Nein. Der CEH zeigt Grundlagenwissen, keine Fähigkeit, echte Systeme zu testen. Für Pentest-Rollen wirst du ohne eigene Projekte oder ein praktisches Zertifikat nicht ernst genommen.

Sollte ich CEH oder OSCP machen?

Wenn du ins Offensive willst, nimm das OSCP, es ist praxisorientiert und wird von technischen Teams höher geschätzt. Wenn du in Analyse, Audit oder Consulting gehst und Zertifikate in Ausschreibungen stehen, passt der CEH besser.

Schick das der Person, die diese Woche das Interview hat.