Security+ Lohnt sich das 2026?

Career TipsJobRise Team7 min read

Du überlegst, ob du 2026 Zeit und Geld in die CompTIA Security+ stecken solltest, und bekommst online nur extremes Feedback: die einen nennen sie Pflicht, die anderen Abzocke. Beides ist zu grob. Diese Zertifikat lohnt sich in bestimmten Situationen sehr klar, in anderen ist sie fast wertlos. Hier steht, welche Situation deine ist.

Was die Security+ überhaupt kostet#

Der direkte Preis für den Gutschein liegt bei rund 400 US-Dollar, wenn du ihn direkt bei CompTIA kaufst. In Euro schwankt das je nach Kurs und Händler. Dazu kommen Lernmaterialien: ein gutes Lehrbuch kostet 40 bis 60 Euro, ein vernünftiger Onlinekurs mit Prüfungssimulationen 200 bis 400 Euro. Wer Bootcamps bucht, zahlt schnell 1.500 bis 3.000 Euro. Das lohnt sich für die Security+ meistens nicht.

Dann ist da noch die Zeit. Für jemanden mit einiger IT-Grundlage sind 6 bis 10 Wochen mit 8 bis 10 Stunden pro Woche realistisch. Ohne Netzwerk-Vorwissen brauchst du eher 3 bis 4 Monate. Unterschätze das nicht: Die Prüfung setzt TCP/IP, Ports und grundlegende Verschlüsselung voraus. Fehlt dir das, lernst du zwei Dinge gleichzeitig und das dauert.

Rechne also mit 500 bis 800 Euro und zwei bis vier Monaten, wenn du es vernünftig machst. Bei Bestehen musst du die Zertifikat nach drei Jahren erneuern, entweder über Weiterbildungspunkte (CEUs) oder eine erneute Prüfung. Die Verlängerungsgebühr liegt im niedrigen dreistelligen Bereich. Das ist kein Dealbreaker, aber plane es ein.

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Was die Prüfung wirklich verlangt#

Die Security+ ist keine reine Multiple-Choice-Prüfung. Sie enthält Performance-Based Questions, also kleine Szenarien, in denen du zum Beispiel Firewall-Regeln sortierst oder ein Incident in die richtige Reihenfolge bringst. Diese Aufgaben kosten Zeit und Nerven, wenn du sie nicht geübt hast.

Der Prüfungsstoff ist breit: Threats, Architecture, Operations, Governance, Risk und Compliance. Breit heißt: viel Oberfläche, wenig Tiefe. Genau das ist der Grund, warum die PrÜfung für Leute mit Praxiserfahrung machbar ist und für blutige Anfänger eine Wand aus Abkürzungen wird.

Offizielle Bestehensquoten veröffentlicht CompTIA nicht. Was man aus Community-Berichten und Trainingsanbietern hört, liegt oft irgendwo zwischen 60 und 80 Prozent beim ersten Versuch. Das ist keine gesicherte Zahl, sondern Erfahrungswerte, und sie hängen stark davon ab, wie gut du vorbereitet bist. Wer zwei Wochen vorher anfängt, fällt häufiger durch. Das ist keine Überraschung.

Was der Zettel für Arbeitgeber bedeutet#

Die Security+ hat einen echten Vorteil: Sie ist in vielen Stellenanzeigen explizit genannt, besonders bei US-Unternehmen und im öffentlichen Sektor. Für bestimmte amerikanische Regierungsverträge im IT-Sicherheitsbereich ist sie sogar formell gefordert (die Anforderungen aus DoD 8570 bzw. dem Nachfolger DoDM 8140). Wenn du in so ein Umfeld willst, ist die Entscheidung fast schon getroffen.

In Deutschland und im Rest Europas sieht es anders aus. Hier zählt die Security+ weniger als Nachweis von Grundwissen, sie wird seltener in Stellenanzeigen verlangt. Ein deutscher Arbeitgeber, der ISO 27001 und BSI-Grundschutz lebt, kennt eher TISAX, CISSP oder ISO-Auditor-Qualifikationen. Die Security+ ist hier nett, aber selten entscheidend.

Was sie also wirklich signalisiert: Du hast ein breites Grundverständnis für Informationssicherheit, du kannst Fachbegriffe, und du hast eine Prüfung durchgezogen. Das ist kein Beweis für Können. Es ist ein Filter, der dir hilft, aus dem Stapel ungelesener Lebensläufe in den Stapel "wird angeschaut" zu kommen. Danach musst du trotzdem liefern.

Wo die Security+ den Hebel bewegt#

Bei Junior-Rollen wie Security Analyst Tier 1, SOC Analyst, IT Security Administrator oder Helpdesk mit Sicherheitsanteil wirkt sie. In diesen Jobs geht es oft genau um das Wissen, das die Prüfung abfragt: Grundlagen von Angriffen, Logging, Incident-Handling, Compliance-Grundbegriffe. Hier kann das Zertifikat den Unterschied machen, ob du überhaupt zum Gespräch eingeladen wirst.

Auch beim Quereinstieg aus der reinen IT-Administration hilft sie. Wenn du fünf Jahre Windows-Admin warst und in Richtung Sicherheit willst, gibt dir die Security+ einen strukturierten Rahmen und ein sichtbares Signal für den Wechsel. In dieser Konstellation lohnt sie sich am meisten.

Bei Rollen wie Penetration Tester, Security Engineer, Cloud Security Architect oder Senior Incident Responder gewinnt dagegen die Erfahrung. Dort zählt, was du gebaut, gefunden oder untersucht hast. Eine Security+ ersetzt dort keine einzige Nacht am Logfile. Wer in diesen Bereichen schon arbeitet, sollte die Zeit eher in ein hands-on-Lab, ein Homelab oder ein anerkanntes Fachzertifikat stecken.

Wo Erfahrung eindeutig gewinnt#

Wenn du drei Jahre oder mehr in IT-Sicherheit gearbeitet hast, bringt dir die Security+ kaum noch Gehaltssprung. Arbeitgeber, die deine Erfahrung sehen, brauchen keinen Grundlagen-Nachweis. In dem Fall ist das Geld für eine höhere Prüfung besser angelegt, zum Beispiel für die CySA+, SC-200 von Microsoft oder mittelfristig die CISSP, sobald du die nötigen Jahre zusammenhast.

Wenn du komplett ohne IT-Hintergrund bist, ist die Security+ dagegen zu früh. Ohne Netzwerk- und Systemgrundlagen lernst du auswendig, was du nicht verstehst. Fang mit CompTIA Network+, einem Homelab oder einer Fundamentals-Prüfung an, dann kommt die Security+ sinnvoll.

Ein letzter Punkt: Kein Zertifikat garantiert einen Job oder ein bestimmtes Gehalt. Gehaltsangaben für Security+-Inhaber variieren stark nach Land, Erfahrung und Branche. Wenn du konkrete Zahlen brauchst, schau dir aktuelle Stellenanzeigen an und prüfe die offiziellen Quellen für dein Land, nicht Forenkommentare von 2019.

Checkliste vor deiner Entscheidung#

  • Schau dir 20 aktuelle Stellenanzeigen für deine Wunschrolle an: Steht Security+ darin oder nicht?
  • Prüfe, ob du in einem Umfeld arbeiten willst, das US-Regierungsanforderungen erfüllt, dort ist sie oft Pflicht.
  • Rechne ehrlich, ob du 150 bis 200 Stunden Lernzeit in den nächsten Monaten unterbringst.
  • Kläre, ob dein Arbeitgeber die Kosten übernimmt, viele tun das für Zertifikate, die in Stellenanzeigen stehen.
  • Teste dein Vorwissen mit einem kostenlosen Probetest, bevor du Geld ausgibst.
  • Entscheide, ob ein anderes Zertifikat wie Network+, SC-900 oder ein Cloud-Security-Nachweis gerade weiterbringt.

Wenn du dir bei der Stellenanzeige unsicher bist, hilft ein Werkzeug, das die Anforderungen herausfiltert, etwa unser kostenloser Prüfer für Stellenanzeigen. Für den ersten Überblick über den Markt lohnt ein Blick in die aktuellen Jobangebote. Und wenn du wissen willst, wie ein Sicherheits-Lebenslauf ohne viel Erfahrung trotzdem funktioniert, findest du dazu weitere Beiträge in unserem Karriere-Blog. Wer wissen will, ob sein Lebenslauf überhaupt durch ATS-Systeme kommt, kann das mit unserem kostenlosen ATS-Check testen.

Urteil nach Karrierestand#

Für den Einsteiger mit IT-Basis: Ja, lohnt sich. Für den Quereinsteiger aus der IT: Ja, oft der beste nächste Schritt. Für den erfahrenen Sicherheitsprofi: Nein, investiere woanders. Für den kompletten Anfänger ohne Technik-Hintergrund: Noch nicht, erst Grundlagen. Für den, der in den US-nahen oder öffentlichen Sektor will: Fast schon Pflicht.

Die Security+ ist kein Karriere-Turbo. Sie ist ein solider, anerkannter Einstieg, der dir Türen öffnet, wenn du vor ihnen stehst. Wenn du hinter den Türen dann nichts zeigst, war sie das Papier nicht wert. So einfach, und so ehrlich.

Kostenlose Tools#

Häufige Fragen#

Wie lange brauche ich für die Security+?

Für die meisten mit IT-Vorwissen sind 6 bis 10 Wochen bei etwa 10 Stunden pro Woche realistisch. Ohne Netzwerk-Grundlagen solltest du 3 bis 4 Monate einplanen. Miss dich an einem Probetest, nicht an einem Kalender.

Ist die Security+ auch in Deutschland relevant?

Ja, aber weniger als in den USA. Deutsche Arbeitgeber nennen sie seltener in Stellenanzeigen, verstanden wird sie aber überall. Für internationale Konzerne oder Remote-Rollen mit US-Bezug ist sie deutlich wertvoller.

Was passiert, wenn ich durch die Prüfung falle?

Du kannst erneut versuchen, musst aber einen neuen Gutschein kaufen, es gibt keine vergünstigte Wiederholung direkt von CompTIA. Plane also Puffer ein und buche erst den Termin, wenn deine Probetest-Werte konstant über 80 Prozent liegen.

Lohnt sich ein teurer Bootcamp-Kurs?

Meistens nicht. Für die Security+ reichen ein gutes Buch, ein Onlinekurs mit Prüfungssimulationen und Disziplin. Bootcamps machen Sinn, wenn dein Arbeitgeber zahlt oder du dich selbst nicht zum Lernen zwingen kannst.

Welche Zertifikate sind die Alternative zur Security+?

Ohne Vorkenntnisse: CompTIA Network+ oder ein Cloud-Fundamentals-Zertifikat. Mit Praxiserfahrung: CySA+, PenTest+, SC-200 oder der Weg zur CISSP. Welche sinnvoll ist, hängt von deiner Zielrolle ab, nicht vom Ruhm der Marke.

Schick das der Person, die diese Woche das Interview hat.