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Stundensatz als IT-Freelancer berechnen 2026

JobRise Team18 min read

162 Bewerbungen pro Zusage, Durchschnitt 2026.

Stundensatz als IT-Freelancer berechnen 2026jobrise.io

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Du willst 2026 als IT-Freelancer mehr verdienen, aber sobald jemand nach deinem Stundensatz fragt, wird es unangenehm. Zu niedrig und du ärgerst dich drei Monate lang im Projekt. Zu hoch und du hast Angst, dass der Kunde abspringt. Genau da sitzen viele fest, besonders wenn vorher ein festes Gehalt bei SAP, Siemens, BMW, N26, Trade Republic, Personio oder Delivery Hero auf dem Vertrag stand.

Stundensatz als IT-Freelancer berechnen 2026: Warum Bauchgefühl dich Geld kostet#

Viele IT-Freelancer rechnen ihren Stundensatz so:

  1. “Ich hatte vorher 75.000 € brutto.”
  2. “Das teile ich irgendwie durch Stunden.”
  3. “Dann nehme ich 80 € pro Stunde, klingt fair.”

Klingt erst mal logisch, ist aber gefährlich.

Als Freelancer verkaufst du nicht 40 Stunden pro Woche, 52 Wochen im Jahr. Du hast Akquise, unbezahlten Urlaub, Krankheit, Weiterbildung, Buchhaltung, Steuerberater, Hardware, Versicherungen, Projektlücken und manchmal Kunden, die Rechnungen spät zahlen.

Wenn du das nicht einpreist, finanzierst du dein eigenes Risiko aus deiner Marge.

Und genau deshalb brauchst du 2026 eine saubere Rechnung, die zu deinem Leben passt. Nicht zu irgendeinem LinkedIn-Post von einem Typen, der angeblich 180 € die Stunde nimmt und nur vormittags arbeitet.

Die einfache Formel für deinen IT-Freelancer-Stundensatz#

Die Basisformel sieht so aus:

Zieljahreseinkommen plus Kosten plus Puffer geteilt durch abrechenbare Stunden

Also:

  1. Gewünschtes Netto oder Bruttoziel festlegen
  2. Steuern und Sozialabgaben berücksichtigen
  3. Geschäftskosten addieren
  4. Puffer für Krankheit, Urlaub und Leerlauf addieren
  5. Durch realistische abrechenbare Stunden teilen

Etwas konkreter:

Stundensatz = Jahresumsatz-Ziel geteilt durch abrechenbare Stunden pro Jahr

Der Trick steckt im Jahresumsatz-Ziel und in den abrechenbaren Stunden.

Viele rechnen mit 1.600 bis 1.800 Stunden pro Jahr. Das ist für Freelancer oft zu optimistisch.

Realistischer sind häufig:

  1. 220 Arbeitstage pro Jahr nach Wochenenden und Feiertagen
  2. Minus 25 Urlaubstage
  3. Minus 8 Krankheitstage
  4. Minus 15 Tage Weiterbildung, Admin, Buchhaltung
  5. Minus 20 Tage Akquise und Projektwechsel

Dann bleiben etwa 152 abrechenbare Tage.

Bei 8 Stunden pro Tag sind das 1.216 abrechenbare Stunden.

Wenn du also 120.000 € Jahresumsatz brauchst, landest du bei:

120.000 € geteilt durch 1.216 Stunden = 98,68 € pro Stunde

Rundest du sauber, bist du bei 100 € bis 105 € pro Stunde.

Schritt 1: Lege dein Zielgehalt fest, aber ehrlich#

Du brauchst zuerst eine klare Zahl. Nicht “ich will gut leben”, sondern eine Jahreszahl.

Wenn du als Senior Software Engineer bei Siemens, SAP oder BMW etwa 80.000 € bis 95.000 € brutto verdienen würdest, muss dein Freelancer-Umsatz deutlich höher liegen.

Warum?

Weil du als Freelancer viele Dinge selbst zahlst:

  1. Krankenversicherung
  2. Altersvorsorge
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung
  4. Haftpflichtversicherung
  5. Laptop, Monitor, Tools
  6. Steuerberatung
  7. Weiterbildung
  8. unbezahlten Urlaub
  9. Projektpausen
  10. Akquisezeit

Ein Angestelltengehalt von 85.000 € brutto ist nicht dasselbe wie 85.000 € Freelancer-Umsatz.

Als grobe Orientierung:

Angestellten-BruttoVergleichbarer Freelancer-Umsatz
65.000 €ca. 100.000 € bis 115.000 €
80.000 €ca. 120.000 € bis 145.000 €
95.000 €ca. 145.000 € bis 175.000 €
115.000 €ca. 175.000 € bis 210.000 €

Das ist keine Steuerberatung, aber eine gute Realitätsschelle.

Wenn du vorher bei N26, Trade Republic oder Delivery Hero als Backend Engineer 85.000 € verdient hast, dann ist ein Freelancer-Umsatz von 90.000 € meistens kein Upgrade. Das ist oft ein Rückschritt mit mehr Risiko.

Schritt 2: Rechne deine privaten Kosten nicht schön#

Viele Freelancer machen den Fehler, nur berufliche Kosten zu kalkulieren. Aber du musst zuerst wissen, was du privat brauchst.

Schreib dir wirklich einmal auf:

  1. Miete oder Kredit
  2. Lebensmittel
  3. Versicherungen
  4. Auto oder Bahn
  5. Kita, Schule, Familie
  6. Urlaub
  7. Rücklagen
  8. Altersvorsorge
  9. Hobbys
  10. Notfallpuffer

Nehmen wir ein Beispiel.

Du willst privat monatlich 4.500 € netto zur Verfügung haben. Das sind 54.000 € pro Jahr.

Dazu willst du 1.000 € monatlich für Altersvorsorge und Rücklagen weglegen. Also 12.000 € pro Jahr.

Dann brauchst du privat schon 66.000 € nach Steuern.

Je nach Steuerlast, Krankenversicherung und Setup kann daraus schnell ein nötiger Gewinn von 105.000 € bis 125.000 € werden.

Und Gewinn ist noch nicht Umsatz, weil Geschäftskosten vorher auch abgehen.

Schritt 3: Deine Geschäftskosten 2026 realistisch schätzen#

IT-Freelancing klingt schlank. Laptop, Internet, fertig. Leider nein.

Klar, du brauchst kein Lager und keine Maschinen. Aber die Kosten summieren sich trotzdem.

Typische Jahreskosten 2026:

KostenpunktRealistischer Betrag pro Jahr
Laptop, Monitor, Zubehör1.500 € bis 4.000 €
Software, SaaS, Tools800 € bis 3.000 €
Steuerberater1.500 € bis 4.000 €
Berufshaftpflicht500 € bis 2.000 €
Krankenversicherung6.000 € bis 12.000 €
Altersvorsorge6.000 € bis 24.000 €
Weiterbildung, Konferenzen1.000 € bis 5.000 €
Coworking, Büro0 € bis 6.000 €
Marketing, Website, LinkedIn300 € bis 2.000 €
Reisekosten500 € bis 5.000 €

Gerade 2026 steigen viele Toolpreise weiter. JetBrains, GitHub, Notion, Figma, Cloud-Testumgebungen, Security-Tools, KI-Assistenten, alles wirkt einzeln harmlos.

Zusammen sind 10.000 € bis 25.000 € Geschäftskosten pro Jahr absolut normal.

Wenn du Cybersecurity, Cloud Architecture, SAP Beratung oder Data Engineering machst, können es auch mehr sein.

Schritt 4: Abrechenbare Stunden richtig einschätzen#

Das ist der Punkt, an dem viele sich selbst anlügen.

Du arbeitest vielleicht 40 Stunden pro Woche. Aber du stellst nicht 40 Stunden pro Woche in Rechnung.

Nicht abrechenbar sind zum Beispiel:

  1. Erstgespräche
  2. Angebote
  3. Vertragsverhandlungen
  4. Rechnungen
  5. Buchhaltung
  6. Steuerkram
  7. Projektübergänge
  8. Weiterbildung
  9. LinkedIn und Networking
  10. Interviews mit Agenturen

Dazu kommen Feiertage, Urlaub, Krankheit und Leerlauf.

Drei Szenarien für 2026

SzenarioAbrechenbare TageStunden pro TagStunden pro Jahr
Vorsichtig1307,5975
Realistisch15081.200
Sehr gut ausgelastet18081.440

Wenn du neu startest, rechne bitte nicht mit 1.600 Stunden.

Ja, es gibt Leute mit langen Vollzeitprojekten bei Konzernen, die auf 1.600 Stunden kommen. Zum Beispiel als SAP Consultant, Cloud Engineer bei einem BMW-Zulieferer oder Java Contractor in einem Siemens-Projekt.

Aber wenn du 2026 erst in den Markt gehst, ist 1.000 bis 1.200 abrechenbare Stunden oft vernünftiger.

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Konkrete Stundensatz-Beispiele für IT-Freelancer 2026#

Jetzt wird es praktischer.

Beispiel 1: Frontend Developer, 3 bis 5 Jahre Erfahrung

Du arbeitest mit React, TypeScript, Next.js und vielleicht etwas Design System.

Ziel:

  1. Privates Netto plus Rücklagen: 55.000 €
  2. Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge grob hochgerechnet
  3. Geschäftskosten: 12.000 €
  4. Puffer für Leerlauf: 15.000 €
  5. Umsatz-Ziel: ca. 105.000 €

Bei 1.150 abrechenbaren Stunden:

105.000 € geteilt durch 1.150 = 91,30 €

Realistischer Stundensatz:

85 € bis 100 €

Bei Startups wie Personio, N26 oder Delivery Hero kann der Satz je nach Budget und Projekt zwischen 75 € und 100 € liegen. Über Agenturen manchmal niedriger, direkt beim Kunden oft besser.

Beispiel 2: Senior Backend Engineer, 7 bis 10 Jahre Erfahrung

Stack: Java, Kotlin, Go, Node.js, Microservices, Kubernetes, AWS.

Ziel:

  1. Vergleichbares Angestelltengehalt: 90.000 € bis 105.000 €
  2. Gewünschter Freelancer-Umsatz: 150.000 €
  3. Geschäftskosten und Vorsorge sind eingeplant
  4. Abrechenbare Stunden: 1.250

Rechnung:

150.000 € geteilt durch 1.250 = 120 €

Realistischer Stundensatz:

110 € bis 135 €

Bei Banking, Versicherungen, Automotive und B2B SaaS sind 120 € nicht absurd. Bei Trade Republic, N26 oder Fintech-Projekten hängt es stark an Compliance, Geschwindigkeit und Spezialisierung.

Beispiel 3: Cloud Architect oder DevOps Freelancer

Stack: AWS, Azure, Terraform, Kubernetes, Platform Engineering, Security.

Zielumsatz: 170.000 €

Abrechenbare Stunden: 1.200

Rechnung:

170.000 € geteilt durch 1.200 = 141,67 €

Realistischer Stundensatz:

130 € bis 160 €

Wenn du kritische Produktionssysteme stabil hältst, Migrationen planst oder Kosten in der Cloud senkst, verkaufst du keinen “Support”. Du verkaufst weniger Risiko und schnellere Lieferung.

Große Firmen wie BMW, Siemens oder SAP zahlen für solche Profile oft deutlich besser als kleine Agenturen.

Beispiel 4: SAP Consultant 2026

SAP bleibt ein spezieller Markt. S/4HANA Migrationen, FI/CO, MM, SD, SuccessFactors, ABAP, BTP, Security, Testing, Datenmigration, da ist viel Nachfrage.

Zielumsatz: 190.000 €

Abrechenbare Stunden: 1.300

Rechnung:

190.000 € geteilt durch 1.300 = 146,15 €

Realistischer Stundensatz:

130 € bis 180 €

Bei sehr spezieller SAP-Erfahrung können auch höhere Tagessätze möglich sein. Aber Achtung, lange Einkaufsprozesse und Vermittler drücken gern.

Beispiel 5: Data Engineer oder AI Engineer

Stack: Python, SQL, Databricks, Snowflake, dbt, Airflow, MLOps, Azure oder AWS.

Zielumsatz: 155.000 €

Abrechenbare Stunden: 1.200

Rechnung:

155.000 € geteilt durch 1.200 = 129,17 €

Realistischer Stundensatz:

115 € bis 150 €

2026 wollen viele Firmen KI-Projekte produktiv bekommen. Nicht nur Demos. Wenn du Datenqualität, Pipelines, Deployment und Governance kannst, bist du deutlich wertvoller als jemand, der nur Prompts schreibt.

Stundensatz oder Tagessatz: Was ist besser?#

Im deutschsprachigen IT-Markt wird oft mit Tagessätzen gearbeitet.

Die Umrechnung ist simpel:

Tagessatz = Stundensatz mal 8

Beispiele:

StundensatzTagessatz
80 €640 €
95 €760 €
110 €880 €
125 €1.000 €
150 €1.200 €

Viele Kunden denken in Tagessätzen, besonders Konzerne und Agenturen.

Wenn du also 120 € pro Stunde willst, kommunizierst du oft besser:

Mein Tagessatz liegt bei 960 € netto.

Das klingt für Einkauf und Projektleitung normaler als “120 € pro Stunde”, obwohl es exakt dasselbe ist.

Netto, brutto, Umsatzsteuer: Bitte nicht vermischen#

Ein Klassiker im Gespräch:

Kunde: “Sind die 100 € inklusive Mehrwertsteuer?”

Du: “Äh…”

Bitte nicht.

Im B2B-Kontext sprichst du normalerweise über Nettosätze. Also:

100 € pro Stunde netto, zuzüglich Umsatzsteuer.

Oder:

800 € Tagessatz netto, zuzüglich Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuer gehört dir nicht. Du kassierst sie und führst sie ab.

Wenn du Kleinunternehmer bist, gelten andere Regeln. Aber viele IT-Freelancer mit ernsthaftem Umsatz sind schnell über den Grenzen. Klär das mit deinem Steuerberater, bevor du Angebote schreibst.

Warum dein Mindeststundensatz nicht dein Angebotspreis ist#

Dein berechneter Satz ist dein Mindestwert. Nicht automatisch dein Marktpreis.

Wenn deine Rechnung sagt, dass du mindestens 95 € brauchst, heißt das nicht, dass du mit 95 € anbieten musst.

Du kannst auch 110 € oder 125 € verlangen, wenn:

  1. dein Profil knapp ist
  2. der Kunde dringend sucht
  3. du messbaren Schaden verhinderst
  4. du schneller lieferst als andere
  5. du ein starkes Netzwerk hast
  6. du Referenzen aus bekannten Firmen hast
  7. du weniger Einarbeitung brauchst

Ein ehemaliger Senior Engineer von SAP oder BMW mit nachweisbaren Projekten kann anders auftreten als jemand ohne Referenzen.

Gleiches gilt, wenn du schon bei Personio, Delivery Hero, N26 oder Trade Republic an produktiven Systemen gearbeitet hast. Namen ersetzen keine Skills, aber sie senken beim Kunden das gefühlte Risiko.

Marktpreise 2026: Was ist realistisch?#

Natürlich schwanken Stundensätze je nach Branche, Stadt, Remote-Anteil, Projektlänge und Vermittler.

Grobe Orientierung für Deutschland und EU-nahe Märkte 2026:

RolleTypischer Stundensatz
Junior Developer50 € bis 75 €
Mid-Level Developer75 € bis 100 €
Senior Developer100 € bis 135 €
DevOps Engineer105 € bis 150 €
Cloud Architect130 € bis 180 €
SAP Consultant120 € bis 190 €
Data Engineer105 € bis 150 €
AI Engineer115 € bis 170 €
Cybersecurity Consultant120 € bis 190 €
Interim CTO150 € bis 250 €

Ja, du wirst Angebote sehen, die darunter liegen.

Und ja, du wirst Leute sehen, die mehr nehmen.

Die Frage ist nicht: “Was nimmt irgendwer auf LinkedIn?”

Die Frage ist: “Welchen Satz kann ich mit meinem Profil, meiner Positionierung und meinem Vertriebsweg regelmäßig durchsetzen?”

Vermittler, Agenturen und Plattformen: So beeinflussen sie deinen Satz#

Viele Freelancer kommen über Recruiter, Agenturen oder Plattformen in Projekte.

Das ist nicht schlecht. Gerade am Anfang kann das super sein.

Aber du musst verstehen, wie die Marge funktioniert.

Beispiel:

  1. Kunde zahlt 120 € pro Stunde
  2. Agentur behält 20 €
  3. Du bekommst 100 €

Oder:

  1. Kunde zahlt 1.000 € Tagessatz
  2. Vermittler behält 150 €
  3. Du bekommst 850 €

Das ist okay, wenn die Agentur dir Zugang, Vertrag, Zahlungsabwicklung und Folgeprojekte bringt.

Nicht okay ist, wenn du dauerhaft zu niedrig eingekauft wirst, während dein Profil beim Kunden teuer verkauft wird.

Frag deshalb freundlich, aber klar:

  1. “Welcher Zieltagessatz ist beim Kunden eingeplant?”
  2. “Liegt das Budget bereits frei?”
  3. “Wie hoch ist der Remote-Anteil?”
  4. “Wie lange läuft das Projekt realistisch?”
  5. “Gibt es eine Option auf Verlängerung?”
  6. “Ist der Satz all-in oder kommen Reisekosten dazu?”

Du willst nicht nach drei Interviews merken, dass das Budget 25 Prozent unter deinem Minimum liegt.

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Remote, Hybrid, Vor-Ort: Was macht das mit deinem Stundensatz?#

Remote ist bequem, aber es hat den Markt transparenter gemacht. Kunden vergleichen leichter mit Leuten aus Portugal, Polen, Spanien oder Rumänien.

Das heißt nicht, dass du deine Preise halbieren musst.

Aber du brauchst bessere Argumente.

Wenn du in Deutschland sitzt und 125 € verlangst, während jemand remote aus Lissabon 80 € anbietet, musst du zeigen, warum du trotzdem die bessere Wahl bist.

Zum Beispiel:

  1. gleiche Zeitzone
  2. Deutsch auf Business-Niveau
  3. Erfahrung mit deutschen Konzernen
  4. Datenschutz und Compliance-Verständnis
  5. schnelle Abstimmung mit Fachabteilungen
  6. weniger Risiko in kritischen Projekten
  7. Erfahrung mit Betriebsräten, Einkauf, Audit, BaFin oder ISO-Prozessen

Bei Vor-Ort-Projekten solltest du Reisekosten und Reisezeit sauber regeln.

Optionen:

  1. Reisezeit wird voll bezahlt
  2. Reisezeit wird zu 50 Prozent bezahlt
  3. Reisekosten werden separat erstattet
  4. höherer Tagessatz für Vor-Ort-Tage
  5. Mindestbuchung pro Vor-Ort-Woche

Sag nicht einfach “passt schon”. Passt selten.

So erhöhst du deinen Stundensatz ohne komisches Gefühl#

Viele IT-Leute sind fachlich stark, aber beim Preis zu vorsichtig.

Du musst nicht aggressiv verkaufen. Du brauchst nur Klarheit.

1. Positioniere dich enger

“Fullstack Developer” ist okay, aber austauschbar.

Besser:

  1. “Senior Backend Engineer für skalierbare Payment-Systeme”
  2. “AWS Platform Engineer für Terraform und Kubernetes”
  3. “SAP FI/CO Consultant für S/4HANA Migrationen”
  4. “Data Engineer für Snowflake, dbt und Airflow”
  5. “Security Consultant für Cloud Compliance”

Je klarer du bist, desto leichter versteht der Kunde deinen Wert.

2. Sprich über Ergebnisse, nicht nur Technologien

Nicht:

“Ich kann Java, Spring Boot und Kubernetes.”

Besser:

“Ich helfe Teams, instabile Microservices zu stabilisieren, Deployment-Zeiten zu senken und Produktionsvorfälle messbar zu reduzieren.”

Oder:

“Ich baue Datenpipelines, die Fachbereiche wirklich für Reporting und Forecasting verwenden können.”

Kunden zahlen für weniger Schmerzen. Nicht für Toollisten.

3. Sammle Belege

Du brauchst keine 20 Referenzen. Aber du brauchst Beweise.

Zum Beispiel:

  1. “Cloud-Kosten um 28 Prozent gesenkt”
  2. “Deployment-Frequenz von monatlich auf wöchentlich verbessert”
  3. “Migration für 3 Millionen Kundendatensätze begleitet”
  4. “Incident-Rate im Payment-Service reduziert”
  5. “S/4HANA Rollout in 6 Ländern unterstützt”

Wenn du solche Sätze im Profil hast, fühlt sich 130 € sofort anders an.

4. Erhöhe nicht mitten im Gespräch panisch

Wenn ein Recruiter fragt: “Was ist dein Stundensatz?”

Dann sag nicht:

“Also normalerweise 100 €, aber kommt drauf an, also vielleicht auch 90 €…”

Sag:

“Mein aktueller Satz liegt bei 120 € pro Stunde netto, abhängig von Laufzeit, Remote-Anteil und Verantwortungsgrad.”

Das ist ruhig. Nicht arrogant. Einfach klar.

5. Nutze Paketlogik bei kurzen Einsätzen

Kleine Projekte sind oft teurer pro Stunde, weil Kontextwechsel und Akquise stärker ins Gewicht fallen.

Wenn jemand dich nur für 5 Tage will, kann dein Tagessatz höher sein als bei einem 9-Monats-Projekt.

Beispiel:

  1. 6 Monate Vollzeit: 950 € pro Tag
  2. 20 Tage Audit: 1.150 € pro Tag
  3. 3 Tage Workshop: 1.400 € pro Tag

Kurze Einsätze brauchen starke Vorbereitung und liefern oft schnelle Entscheidungen. Das darf mehr kosten.

Typische Fehler bei der Stundensatz-Berechnung#

Fehler 1: Du rechnest mit 230 abrechenbaren Tagen

Das klappt fast nie dauerhaft.

Selbst wenn du ein langes Projekt hast, kommen Feiertage, Urlaub, Krankheit, Admin und Pausen.

Rechne konservativ. Wenn es besser läuft, schön.

Fehler 2: Du vergisst Altersvorsorge

Als Angestellter passiert viel automatisch. Als Freelancer nicht.

Wenn du 2026 keine Altersvorsorge einpreist, sieht dein Satz kurzfristig gut aus, aber langfristig fehlt dir Geld.

Fehler 3: Du lässt dich auf “erst mal günstiger” ein

Der Satz, mit dem du startest, bleibt oft kleben.

Kunde sagt dann:

“Wir haben dich ja bisher für 85 € gebucht.”

Ja, danke. Und du hast dich selbst in die Ecke gestellt.

Wenn du einen Einstiegspreis gibst, dann nur mit klarer Befristung:

“Für die ersten 10 Tage Analyse kann ich 950 € anbieten. Danach liegt der reguläre Tagessatz bei 1.100 €.”

Fehler 4: Du vergleichst dich mit Angestelltenstunden

Ein Angestellter mit 90.000 € brutto kostet den Arbeitgeber mehr als 90.000 €. Arbeitgeberanteile, Urlaub, Krankheit, Equipment, Büro, HR, alles kommt dazu.

Du bist als Freelancer nicht automatisch teuer, nur weil dein Tagessatz vierstellig aussieht.

Fehler 5: Du sagst deinen Mindestpreis zu früh

Wenn dein absolutes Minimum 95 € ist, musst du nicht mit 95 € starten.

Starte bei deinem Zielpreis. Verhandeln kann man später immer noch.

Mini-Rechner: So findest du deinen Satz in 10 Minuten#

Nimm dir einen Zettel oder eine Tabelle.

Schritt 1: Wunschgewinn vor Steuern

Was brauchst du als Gewinn, bevor private Steuern komplett runtergehen?

Beispiel: 110.000 €

Schritt 2: Geschäftskosten addieren

Beispiel:

  1. Tools: 2.000 €
  2. Hardware: 2.500 €
  3. Steuerberater: 2.500 €
  4. Versicherungen: 1.500 €
  5. Weiterbildung: 3.000 €
  6. Büro und Reisen: 3.500 €

Summe: 15.000 €

Zwischensumme: 125.000 €

Schritt 3: Puffer addieren

Für Leerlauf, Krankheit, schlechte Zahler, ungeplante Ausgaben.

Nimm mindestens 10 Prozent, besser 15 Prozent.

15 Prozent von 125.000 € = 18.750 €

Umsatzziel: 143.750 €

Schritt 4: Abrechenbare Stunden festlegen

Realistisch: 1.150 Stunden

Schritt 5: Teilen

143.750 € geteilt durch 1.150 = 125 €

Dein Satz:

125 € pro Stunde netto

Tagessatz:

1.000 € pro Tag netto

Das ist jetzt kein Fantasiewert. Das ist deine betriebswirtschaftliche Realität.

Was, wenn Kunden sagen: “Zu teuer”?#

Erst mal: ruhig bleiben.

“Zu teuer” heißt nicht immer “zu teuer”. Es kann bedeuten:

  1. Budget passt wirklich nicht
  2. Kunde testet deine Reaktion
  3. Recruiter will Marge retten
  4. dein Wert ist noch nicht klar genug
  5. es gibt günstigere Profile
  6. Projekt ist falsch geschnitten

Antworten, die du nutzen kannst:

Variante 1: Ruhig bestätigen

“Verstehe ich. Mein Satz liegt bei 1.000 € pro Tag netto, weil ich in solchen Projekten schnell produktiv bin und wenig Einarbeitung brauche.”

Variante 2: Leistung anpassen

“Wenn das Budget niedriger ist, können wir gern den Umfang reduzieren. Zum Beispiel erst eine technische Analyse über 5 Tage.”

Variante 3: Laufzeit einbeziehen

“Bei einer längeren Laufzeit ab 6 Monaten kann ich über den Satz sprechen. Bei kurzen Einsätzen bleibt der Tagessatz bei 1.000 €.”

Variante 4: Nicht rechtfertigen

“Danke für die Info. Dann passt es diesmal wahrscheinlich nicht. Lass uns gern für spätere Projekte in Kontakt bleiben.”

Das fühlt sich am Anfang komisch an. Aber du wirst merken: Nicht jeder Kunde muss dein Kunde sein.

Wie oft solltest du deinen Stundensatz erhöhen?#

Mindestens einmal pro Jahr solltest du deinen Satz prüfen.

2026 besonders wegen:

  1. Inflation
  2. steigenden Krankenversicherungsbeiträgen
  3. höheren Toolkosten
  4. mehr KI- und Cloud-Kosten
  5. stärkerem Wettbewerb
  6. wachsender Erfahrung
  7. besseren Referenzen

Wenn du dauerhaft ausgelastet bist und kaum Absagen wegen Preis bekommst, bist du wahrscheinlich zu günstig.

Eine einfache Regel:

Bei jedem neuen Projekt 5 Prozent bis 15 Prozent höher ansetzen.

Nicht bei laufenden Kunden alle zwei Monate nachverhandeln. Das nervt.

Aber bei Verlängerungen oder neuen Projekten ist eine Anpassung normal.

Formulierung:

“Für neue Projekte liegt mein Tagessatz ab Q2 2026 bei 1.080 € netto. Für die aktuelle Verlängerung kann ich den bisherigen Satz noch bis Ende des Quartals halten.”

Klingt professionell und fair.

Fazit: Dein Stundensatz ist keine Zahl, die du errätst#

Dein Stundensatz als IT-Freelancer 2026 ist kein Bauchgefühl. Er ist das Ergebnis aus Zielgewinn, Kosten, Risiko, Auslastung und Marktwert.

Wenn du nur dein altes Gehalt durch Stunden teilst, wirst du fast sicher zu niedrig landen.

Rechne lieber so:

  1. Was willst du privat wirklich brauchen?
  2. Welche Geschäftskosten hast du?
  3. Wie viel Puffer brauchst du?
  4. Wie viele Stunden kannst du realistisch abrechnen?
  5. Welchen Marktwert hat dein Profil?
  6. Wie stark ist deine Positionierung?
  7. Wie dringend ist das Problem des Kunden?

Für viele erfahrene IT-Freelancer liegen realistische Sätze 2026 irgendwo zwischen 100 € und 150 € pro Stunde netto. Spezialisierte Profile in SAP, Cloud, Security, Data und AI können höher liegen.

Und wenn du gerade aus einer Festanstellung kommst, etwa von SAP, BMW, Siemens, N26, Trade Republic, Personio oder Delivery Hero, dann unterschätze deinen Wert nicht. Konzern- und Scale-up-Erfahrung kann sehr stark sein, wenn du sie sauber in Ergebnisse übersetzt.

Wenn du deinen Stundensatz durchsetzen willst, muss auch dein Profil sitzen. Lass deinen Lebenslauf prüfen, bevor du dich auf Projekte bewirbst oder Recruitern antwortest: Nutze den kostenlosen ATS-Check von JobRise.io unter https://jobrise.io/de/free-ats-checker/.

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