Erster Arbeitstag: was du vorbereiten und vermeiden solltest
Der Vertrag ist unterschrieben, der Karton steht in der Ecke, und trotzdem fragst du dich, was du eigentlich noch vorbereiten musst. Kein Drama. Etwas Vorlauf genügt.
Vorher: was du klären und besorgen solltest#
Drei Tage vorher rufst du bei deiner Ansprechperson an und fragst nach Uhrzeit, Treffpunkt, Ansprechpartner am ersten Tag und Dresscode, denn genau an diesen Punkten fühlen sich die meisten unsicher und genau diese Punkte klärt ein kurzes Telefonat in zwei Minuten. Klingt banal. Ist es nicht.
Die Unterlagen, die oft verlangt werden: Steuer-Identifikationsnummer, Sozialversicherungsnummer, Krankenkassendaten, Bankverbindung fürs Gehalt, Ausweis oder Aufenthaltsnachweis. Je nach Branche kommen Führungszeugnis, Gesundheitszeugnis oder Nachweise über Qualifikationen dazu.
Was genau verlangt wird, steht im Vertrag oder in der Einstellungsmappe. Frag lieber einmal zu viel nach.
Pack alles in eine Mappe. Einmal. Und leg eine Kopie für dich zurück.
Die Anfahrt rechnest du nicht am Abend vorher, sondern komplett vorher einmal durch, und zwar so konkret, dass du weißt, welche Bahn du nimmst, wo du aussteigst und wie viele Minuten du vom Ausgang bis zur Tür brauchst. Fahr die Strecke in der App. Such dir eine Alternative für den Fall, dass die Bahn ausfällt. Wer um 9 Uhr da sein soll, plant so, dass er um 8:40 im Gebäude steht.
- Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer, Krankenkassennachweis, Bankverbindung beisammen
- Ausweis oder Aufenthaltsnachweis, ggf. Führungszeugnis oder Gesundheitszeugnis
- Ansprechperson und Adresse im Handy gespeichert
- Dresscode geklärt, Outfit gebügelt und bereit
- Anfahrt einmal durchgerechnet, Puffer von 20 Minuten eingeplant
- Laptop, Ladekabel, Notizblock, Stift
- Handy geladen, Wecker gestellt
Beim Dresscode gilt: eine Stufe formeller als das, was du im Büro sehen wirst. Blau oder Grau statt auffälliger Farben. Niemand erwartet am ersten Tag, dass du den Dresscode triffst, aber jeder merkt, wenn du ihn deutlich verfehlst.
Falls du dich noch bewirbst und nicht nur einen, sondern mehrere erste Tage planst: auf aktuelle Stellenangebote findest du offene Positionen zum Vergleichen. Wer gezielt in Deutschland sucht, schaut bei Jobs in Deutschland vorbei.
Den nächsten Ratgeber per E-Mail
Neue Ratgeber und aktuelle Jobs in einer kurzen E-Mail. Kostenlos.
Deine Vorstellung in einem Satz#
Du wirst dich an diesem Tag vielleicht zwanzigmal vorstellen. Ein Satz reicht völlig.
So klingt das: "Hallo, ich bin Lena, ich komme aus dem Vertrieb bei XY und mache ab jetzt Key Account Management hier." Oder: "Ich bin Jonas, ich habe als Werkstudent bei AB gearbeitet und starte jetzt als Junior Controller." Name, woher du kommst, was du hier machst. Fertig.
Den Satz übst du laut, vor dem Spiegel, im Auto oder im Zug, weil du ihn auch dann noch sitzen haben willst, wenn du nervös bist und der Empfang schon wartet. Hundert Wiederholungen sind kein Overkill. Übertreib ruhig.
Namen notierst du dir sofort. Nicht in deinem Kopf, auf Papier. Schreib den Namen, die Abteilung und eine Notiz, die dir hilft, dich zu erinnern: "Mara, HR, sitzt am Fenster, macht Onboarding." Später fragst du dich sonst peinlich berühmt nochmal nach dem Namen, den du vor zwei Stunden gehört hast.
Fragen sammeln statt reden#
Du wirst in den ersten Tagen alles fragen wollen, und die meisten Fragen sind berechtigt, aber wenn du jede sofort in den Raum wirfst, bringst du dein Team aus dem Takt und bekommst irgendwann halbe Antworten. Sammel sie auf einer Seite. Stell sie gebündelt.
Am ersten Tag stellst du vor allem eine Frage: "Was sind die Erwartungen für die ersten Wochen?" Frag nach dem, was du bis Ende Woche zwei wissen solltest, wer dich einarbeitet und woran du erkennst, dass du auf dem richtigen Weg bist.
Notier dir die Antwort wörtlich. Diese Notiz ist dein Maßstab, wenn du dich später fragst, ob du genug tust.
Fehler, die den Start unnötig schwer machen#
Verbesserungsvorschläge am ersten Tag. Auch wenn du sie siehst. Auch wenn du recht hast. Du weißt noch nicht, warum etwas so ist, wie es ist, und dein Ansehen wächst nicht mit Kritik an fremden Prozessen. Beobachte zwei Wochen. Dann sprich an.
Mittagessen allein am Schreibtisch. Das schreit nach "will nicht dazugehören". Frag am Vormittag einfach: "Wo geht ihr eigentlich essen?" Niemand wird dich ablehnen, und du bekommst mehr über die Firma mit als in jeder Einführung.
Das Handy. Leg es in die Tasche. Wer beim ersten Tag alle zehn Minuten aufs Display schaut, signalisiert fehlendes Interesse, und dieser Eindruck klebt länger, als du denkst.
Erster Tag im Homeoffice#
Homeoffice heißt: du bist sichtbarer, nicht weniger sichtbar. Kamera an, Mikrofon getestet, Hintergrund aufgeräumt. Sag früh im Team-Call, wer du bist und was du in den ersten Tagen vorhast.
Frag explizit nach dem Onboarding-Plan und danach, wie du im Chat erreichbar sein sollst. Und leg dir feste Pausen fest, sonst arbeitest du durch, ohne dass es jemand merkt.
Checkliste für die erste Woche#
- Alle Kolleginnen und Kollegen aus deinem direkten Umfeld kennengelernt
- Namen und Zuständigkeiten auf einer eigenen Übersicht notiert
- Zugänge zu allen Tools und Systemen beantragt oder eingerichtet
- Erwartungen für die ersten Wochen schriftlich festgehalten
- Ein kurzes Feedbackgespräch mit der Ansprechperson vereinbart
- Arbeitszeiten, Pausen und Homeoffice-Regeln geklärt
- Erste Aufgabe eigenständig abgeschlossen
Wenn du während der Jobsuche deinen Lebenslauf nochmal überarbeitet hast, lohnt ein Blick auf den kostenlosen ATS-Check, bevor du ihn verschickst. Viele Systeme sortieren Bewerbungen automatisch aus, und ein sauber formatierter Lebenslauf kommt weiter.
Und falls du dich fragst, wie lange die Probezeit dauert und was sie für dich bedeutet: die wichtigsten Punkte zur Probezeit in Deutschland sind dort zusammengefasst. Die Regeln unterscheiden sich je nach Vertrag, Tarifvertrag und Land, also prüf im Zweifel deine eigenen Unterlagen.
Häufige Fragen#
Was ziehe ich an, wenn kein Dresscode genannt wurde?
Frag kurz nach, das ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Sorgfalt. Wenn du nichts hörst, gilt Business Casual: saubere Hose, Hemd oder Bluse, geschlossene Schuhe. Besser eine Stufe zu formell als zu locker.
Wann sollte ich am ersten Tag da sein?
Plane so, dass du 10 bis 15 Minuten vor der vereinbarten Zeit im Gebäude bist. Zu früh erscheinen ist genauso unpraktisch wie zu spät, also warte im Zweifel kurz vor der Tür oder in der Lobby.
Was, wenn ich den Namen einer Kollegin vergessen habe?
Frag einfach nochmal. Ein ehrliches "Tut mir leid, wie war nochmal dein Name?" kommt besser an als ein falscher Name. Schreib ihn dir danach sofort auf.
Sollte ich am ersten Tag Überstunden machen?
Nein. Geh pünktlich, es sei denn, dein Team bittet dich explizit zu bleiben. Am ersten Tag will niemand, dass du dich ausbrennst, und dein Eindruck hängt nicht an der Uhrzeit, zu der du gehst.
Was mache ich, wenn ich mich am ersten Tag unwohl fühle?
Das ist normal und sagt nichts über deine Entscheidung aus. Beobachte die ersten Wochen, sprich mit deiner Ansprechperson über Erwartungen und gib dem Ganzen Zeit, bevor du Schlüsse ziehst.
Schick das der Person, die diese Woche das Interview hat.